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You are at:Home»Politik»HDE-Chef erklärt Folgen für 3,1 Mio. Beschäftigte
Politik

HDE-Chef erklärt Folgen für 3,1 Mio. Beschäftigte

wochentlich.deBy wochentlich.de19 September 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Die AfD fordert „Remigration“. Der Chef des Handelsverbands sagt, was das für die Millionen Beschäftigten seiner Branche bedeuten würde – und warum die Partei für ihn nicht wählbar ist.

Das Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat die Republik verändert. Die AfD von Ulrich Siegmund fuhr einen Erdrutschsieg ein – verfehlte aber die absolute Mehrheit, seither ist die Regierungsbildung offen. An diesem Sonntag stehen die nächsten Wahlen an: In Mecklenburg-Vorpommern und Berlin könnte die Partei erneut Bestwerte erreichen. Stefan Genth hat eine klare Meinung dazu, wen die Menschen dort nicht wählen sollten.

Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE) spricht für rund 100.000 Unternehmen und 3,1 Millionen Beschäftigte. Im Interview mit t-online erklärt er, warum der Handel die vielfältigste Branche ist, was leere Innenstädte mit dem Aufstieg der AfD zu tun haben und was er nach den Landtagswahlen von Kanzler Friedrich Merz erwartet.

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t-online: Herr Genth, vor zwei Wochen hat die AfD in Sachsen-Anhalt fast 44 Prozent geholt, am Sonntag wählen Berlin und Mecklenburg-Vorpommern – die AfD wird wohl deutlich dazugewinnen. Wie sehr beunruhigt Sie das?

Stefan Genth: Es ist für mich persönlich nicht zu akzeptieren, dass man eine Partei wählt, die sich abseits des Grundgesetzes bewegt. Für mich ist die AfD in dieser Form nicht wählbar, gerade dort, wo sie als gesichert rechtsextrem eingestuft ist. Und wenn Sie in das Wahlprogramm schauen, finden Sie Aussagen, die sich direkt gegen den Einzelhandel richten.

Der europäische Binnenmarkt ist für unsere Branche enorm wichtig, auch für den grenzüberschreitenden Onlinehandel vieler Mittelständler. Ein Ausstieg aus dem Euro und zurück zur D-Mark wäre absolut wirtschaftsfeindlich, ein Ausstieg aus der Europäischen Union ist völlig unmöglich. Ein Rentenniveau von 70 Prozent ist nicht finanzierbar, das ist ein Wunschkonzert. Dieser Partei fehlt die staatspolitische Verantwortung. Solche Dinge sind nicht umsetzbar und schlicht unbezahlbar.

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(Quelle: IMAGO/Horst Galuschka /imago)

Zur Person

Stefan Genth, geboren 1963 in Bielefeld, ist studierter Verwaltungswirt. Er arbeitet seit 1996 für den Handelsverband Deutschland (HDE) und ist seit 2007 Hauptgeschäftsführer. Der Spitzenverband der Branche vertritt die Interessen von rund 100.000 Mitgliedsunternehmen gegenüber der Politik in Berlin und Brüssel.

Die AfD wirbt mit „Remigration“, also mit der Ausweisung von Migranten. Was würde das für Ihre Branche bedeuten?

„Remigration“ ist als Wort schon ein absolutes No-Go. Im Handel arbeiten mehr als drei Millionen Menschen, viele davon mit Migrationsgeschichte. Wie viele genau, kann Ihnen niemand sagen, dazu gibt es keine Statistik – und das ist auch gut so. Denn im Handel ist nicht die Herkunft entscheidend, sondern der Mensch mit seiner persönlichen Qualifikation. Unsere Branche ist so vielfältig wie keine andere. Wenn wir all diese Menschen nicht mehr beschäftigen könnten und dürften, dann bricht unser System zusammen. Definitiv. Ohne Zuwanderung können wir unsere Stellen gar nicht mehr besetzen. Dann könnten wir die Läden dichtmachen.

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