Unsichtbare Gefahr
Warum Haut und Augen in Zukunft mehr Schutz brauchen
28.08.2026 – 07:16 UhrLesedauer: 2 Min.
Laut neuen Daten nimmt die UV-Strahlung wohl überall in Europa zu. Ohne geeigneten Schutz drohen somit auch in Deutschland vermehrt Hautkrebs und Augenschäden.
Für einzelne Standorte in Europa hatten Langzeitmessungen bereits gezeigt, dass seit Jahren mehr ultraviolette Strahlung (UV-Strahlung) der Sonne den Erdboden erreicht. Eine neue Studie belegt nun erstmals, dass der Anstieg der UV-Belastung auch größere Regionen betrifft. Besonders hoch ist er in Mittel- und Westeuropa, darunter Deutschland. Damit gewinnt ein konsequenter UV-Schutz für die Gesundheit noch stärker an Bedeutung.
Schon gewusst?
Die Energie der Sonne erreicht die Erde hauptsächlich als Licht, als Wärme sowie als UV-Strahlung. Diese ist für den Menschen weder sichtbar noch mit anderen Sinnesorganen wahrnehmbar.
UV-Messdaten aus zehn Jahren ausgewertet
Für die Studie analysierte ein Forschungsteam Daten von 40 besonders präzisen UV-Messstationen in 19 europäischen Ländern aus dem Zeitraum von 2013 bis 2022. Für die Bewertung bezog es zusätzlich satellitengestützte Daten ein, die unter anderem Informationen zur Sonnenscheindauer und zur Ozonkonzentration in der Atmosphäre lieferten.
Das Ergebnis: An 26 der 40 Stationen stieg die UV-Strahlung von Jahr zu Jahr deutlich an – nämlich um 0,46 bis 2,62 Prozent. Dabei stammen die höheren Zahlen aus Mitteleuropa und die niedrigeren aus dem Süden sowie dem Norden Europas. Die satellitengestützten Daten zeigen zudem, dass die an den einzelnen Standorten beobachteten Trends auf größere Regionen übertragbar sind.
Weniger Wolken, mehr UV-Strahlung
Als wichtigste Ursache für den messbaren Anstieg der UV-Belastung nennt das Forschungsteam eine abnehmende Bewölkung über Europa. Ein Grund dafür ist der Klimawandel. Veränderungen der Ozonschicht spielen hingegen eine deutlich geringere Rolle.
UV-Strahlung ist ein Gesundheitsrisiko
Da UV-Strahlung als wichtigster Umweltrisikofaktor für Hautkrebs gilt, kann mit zunehmender UV-Belastung die Zahl der Krebserkrankungen steigen. Dabei sind schwarzer und weißer Hautkrebs zusammengenommen in Deutschland bereits heute häufiger als jede andere Krebsform.
Hautkrebs kann auch am Augenlid entstehen. Zudem kann UV-Strahlung die Augen selbst schädigen. Kurzfristig sind schmerzhafte Entzündungen und Verletzungen der Horn- und Bindehaut möglich. Typische Beschwerden sind starke Schmerzen, Tränen, eine Schwellung der Bindehaut und vorübergehende Sehminderung.
Überdies kann die Netzhaut durch intensive UV-Strahlung vorübergehend oder gar dauerhaft Schaden nehmen – etwa beim direkten Blick in die Sonne. Langfristig begünstigt UV-Strahlung unter anderem eine Wucherung der Bindehaut auf die Hornhaut (Pterygium) und die Eintrübung der Augenlinse (grauer Star, fachsprachlich Katarakt genannt).