Tragödie in Gaza

Haus stürzt ein – Berichte von schlimmen Szenen

Aktualisiert am 17.09.2026 – 00:05 UhrLesedauer: 2 Min.

Helfer versuchen, Verschüttete zu bergen. Von dem Haus in Gaza blieb nur ein Trümmerberg übrig. (Quelle: Jehad Alshrafi/AP/dpa)

Nach dem Gaza-Krieg hausen viele Palästinenser in beschädigten Gebäuden. Immer wieder gibt es Einstürze mit schlimmen Folgen, so auch in der Nacht.

Beim Einsturz eines Wohnhauses im Gazastreifen sind offenbar mindestens 21 Menschen ums Leben gekommen – darunter fünf Kinder. Zudem seien 45 Menschen verletzt worden, erklärte der von der Terrororganisation Hamas kontrollierte Zivilschutz am Mittwoch.

Das durch frühere israelische Angriffe beschädigte sechsstöckige Gebäude sei in der Nacht im Viertel Tal al-Hawa in der Stadt Gaza eingestürzt. Laut dem Sprecher des Zivilschutzes, Mahmud Bassal, sind noch rund Hundert Menschen unter den Trümmern des Wohnhauses verschüttet. Helfer suchen nach ihnen. Den Einsatzkräften fehlt es dabei jedoch an Ausrüstung und schwerem Gerät.

Bei den Bergungsarbeiten spielten sich teilweise dramatische Szenen ab, wie Reporter berichten. In palästinensischen und sozialen Medien verbreiteten Aufnahmen ist zu sehen, wie Helfer versuchen, ein zwischen Trümmern feststeckendes, weinendes Kind zu befreien. Laut Anwohnern hielten sich mehr als 60 Menschen, vorwiegend im Krieg Vertriebene, in dem Haus auf.

Verzweifelte Rettungsversuche: Unter den Trümmern werden immer noch Menschen vermutet. (Quelle: Jehad Alshrafi/AP/dpa)

Gaza: Gebäude sind „tickende Zeitbomben“

Von dem Gebäude blieb laut Berichten von Reportern der Nachrichtenagentur AFP nur ein Schuttberg übrig. Bassal sagte, das Haus habe durch vorherige israelische Angriffe strukturelle Schäden erlitten. Es sei in den Jahren 2024 und 2025 mehrmals getroffen worden. Israels Armee dementierte jedoch, das Gebäude während des Krieges angegriffen zu haben.

Die rund hundert Bewohner seien gewarnt worden, nicht in ihre Wohnungen zurückzukehren. Allerdings hätten die Menschen oft „keine andere Wahl“ als zurückzukehren, sagte Bassal. „Da weder Zelte noch Wohnungen zur Verfügung stehen, leben sie trotz der Einsturzgefahr in rissigen, beschädigten Gebäuden.“ Die große Mehrheit der Gebäude im Gazastreifen ist nach Angaben der Vereinten Nationen während des Krieges durch israelische Angriffe beschädigt oder zerstört worden.

„Diese Gebäude sind nichts anderes als tickende Zeitbomben“, sagte Ahmed al-Ajla, dessen Onkel und weitere Verwandte bei dem Einsturz ums Leben kamen. „Vor seinem Tod hat mein Onkel schon Vertreibung, Armut und Gefangenschaft erlitten“, sagte er.

Oftmals finden die Retter nur noch die menschlichen Überreste der Bewohner. (Quelle: Jehad Alshrafi/AP/dpa)

UNO zeigt sich „erschüttert“

Im Al-Schifa-Krankenhaus in Gaza-Stadt sahen AFP-Journalisten weinende Männer, die in weiße Leichentücher gehüllte Kinderleichen trugen. Angehörige knieten auf dem Boden, um Abschied zu nehmen, und küssten die Gesichter der Verstorbenen.

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