Hochschule im Ausnahmebetrieb
Hauptgebäude der TU Berlin bleibt bis Semesterende gesperrt
04.06.2026 – 17:31 UhrLesedauer: 2 Min.
350 Lehrveranstaltungen pro Woche sind betroffen, ein Wiedereröffnungstermin steht nicht fest. Die Studierendenvertretung übt scharfe Kritik.
Das Hauptgebäude der Technischen Universität Berlin bleibt für den Rest des Sommersemesters geschlossen. Behörden und die Berliner Feuerwehr hatten das Gebäude am 8. Mai 2026 begangen und dabei bauliche Auffälligkeiten festgestellt, die nach Angaben der TU weiter geprüft werden. Einen Wiedereröffnungstermin könne sie nicht nennen, sagte TU-Präsidentin Fatma Deniz dem rbb.
Rund 350 Lehrveranstaltungen pro Woche mussten seitdem in andere Räume verlegt werden oder finden digital statt. Prüfungen im Juli seien organisatorisch verlegt worden, sagte Deniz. Einige größere Prüfungen müssten auf mehrere Räume aufgeteilt werden.
Asta kritisiert den Vorgang
Laut Deniz wurde eine Brandschutz-Task-Force eingerichtet, die eng mit der Bauabteilung und dem zuständigen Bauamt zusammenarbeite. Ziel sei ein umfassender Masterplan für das Hauptgebäude und weitere marode Gebäude der Universität.
Die Studierendenvertretung kritisiert, nicht ausreichend über die Hintergründe der Schließung informiert worden zu sein. Asta-Sprecherin Aleksandra Sykala sagte rbb24 Inforadio: „Wir wissen auch als Studierende nicht, was die Baumängel waren, die dazu geführt haben, dass das Hauptgebäude zu ist.“ Auch ein möglicher Wiedereröffnungstermin sei dem Asta nicht bekannt: „Der Informationsfluss ist auf jeden Fall nicht zu uns durchgesickert.“
Kleinere Seminare seien in andere Gebäude verschoben worden, so Sykala. Für größere Lehrveranstaltungen sei das nicht möglich – viele fänden deshalb weiterhin online statt.
Noch offen ist die Lage beim Mathematik-Gebäude. Deniz bestätigte, dass dort bislang keine Brandschutzprüfung stattgefunden habe. Man versuche, weitere Schließungen zu vermeiden. Sykala schätzte ein, die Aussichten, dass das Gebäude offenbleibe, seien „relativ niedrig“ – das Mathematik-Gebäude sei bereits teilweise wegen Brandschutzmängeln geschlossen.
