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Hass ist für mich der Antrieb

wochentlich.deBy wochentlich.de22 Januar 2026Keine Kommentare2 Mins Read
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Hass ist für mich der Antrieb
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„Lebenscharakter“

Deshalb ist Hass für Maler Baselitz der Antrieb

22.01.2026 – 04:07 UhrLesedauer: 2 Min.

Vergrößern des Bildes

Georg Baselitz: Er gilt als bedeutender zeitgenössischer Künstler. (Archivbild) (Quelle: IMAGO/imago)

Der Maler Georg Baselitz benennt, was ihn als Künstler antreibt. Und mit seinen Provokationen ist er auch im hohen Alter nicht am Ende.

Der Maler Georg Baselitz hat Hass als zentralen Antrieb seiner Kunst beschrieben. „Der Hauptgrund für ein Bild ist, jemanden hassen, dagegen sein“, sagte er in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“. Zugleich habe er den Eindruck, dass ihm diese Haltung von der Öffentlichkeit erwidert werde: „Es gibt keinen Künstler, der so angefeindet wurde wie ich.“

Baselitz ist am Freitag 88 Jahre alt geworden und hat in dem Gespräch mit der Zeitung auf sein Leben als Kunststar und Provokateur zurückgeblickt. Seine Karriere begann bereits in den Sechzigern, wenige Jahre nach seiner Übersiedlung von Ostberlin in den Westen im Jahr 1958. Dort sei er erstmals intensiv mit US-Gegenwartskunst in Berührung gekommen, die er als „die beste Kunst der Welt“ bezeichnete.

Seit seinen frühen Erfolgen als Maler habe ihn Hass als Antrieb nicht mehr losgelassen, erklärte Baselitz. Dieses Gefühl begleite ihn nach eigenen Angaben seit der Kindheit und sei zu seinem „Lebenscharakter“ geworden. Auch die Größe vieler seiner Werke führte er auf den Wunsch nach Grenzüberschreitung zurück.

So veröffentlichte er 1962 das Bild „Die große Nacht im Eimer“, das wegen angeblicher Unanständigkeit sogar beschlagnahmt wurde. Es zeigte eine masturbierende Figur und machte ihn schlagartig bekannt. Zu seinem Markenzeichen wurden Bilder, die umgedrehte Motive zeigten. Seit den 2000er-Jahren malt Baselitz eher reduzierte, düstere Arbeiten, die sich mit der Vergänglichkeit befassen.

Bis heute arbeitet Baselitz als Maler weiter. In dem Interview, das in seinem Atelier in Inning am Ammersee geführt wurde, sprach er über neue, mehr als vier Meter hohe Bilder. Diese entstünden schwarz auf goldenem Grund auf am Boden liegenden Leinwänden und seien in seinem Werk ungewöhnlich, räumte er ein: „Das ist ziemlich albern, aber macht als Aggression, als Angriff Sinn.“

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