Bis zu einem gewissen Grad habe der König damit das Narrativ zu seinen Gunsten verändert: Auch Royals wie Prinz Harry hätten sich an Regeln zu halten und könnten sich nicht nach Belieben auf den weichen Schoß der Krone verlassen. „Die Erklärung, es habe an Zeit gefehlt, ist daher klar eine Botschaft für Öffentlichkeit und Presse“, so Hargrave.

Keine öffentliche Erklärung notwendig

Für Julia Melchior zeigt das öffentliche Hin und Her zur Unterkunft vor allem, dass der Austausch zwischen beiden Seiten nicht in die Öffentlichkeit gehöre. „Weil es eben nur zu Spekulation, Missinterpretation und schlechter Presse führt, die dem eigentlichen Anliegen der Versöhnung nicht zuträglich ist.“ Noch dazu sei es überhaupt nicht notwendig, sich öffentlich zu den Modalitäten zu äußern, so Melchior, denn der Besuch von Prinz Harry habe keine institutionelle Bedeutung. „Hier ist eine private Person in privater Angelegenheit unterwegs.“

Zu allem Übel folgte am Dienstag der juristische Rückschlag. Vor dem High Court verlor Harry gemeinsam mit weiteren Klägern, darunter Elton John, seine Zivilklage gegen Associated Newspapers, den Verlag der „Daily Mail“. Das Gericht wies zentrale Vorwürfe unrechtmäßiger Informationsbeschaffung zurück; auf die Kläger könnten hohe Prozesskosten zukommen.

„Das Gerichtsurteil lag natürlich nicht in seiner Hand“, betont Valentine Low. Außerdem habe Harry in anderen Verfahren gegen britische Medien bereits Erfolge erzielt. Dennoch dürfte ihn diese Niederlage schwer getroffen haben. „Er wollte auch diesen Fall unbedingt gewinnen. Er hatte viel investiert – nicht nur finanziell, sondern auch emotional“, erklärt Low. „Es bedeutete ihm sehr viel.“

Harrys PR-Offensive

Umso wichtiger waren die Gegenbilder, die Prinz Harry während seines Besuchs in Großbritannien produzierte, sagt Hargrave. So merkwürdig es angesichts der Niederlage vor Gericht und der Sicherheitsdebatte klingen möge: „Harry und sein Team verstehen das PR-Spiel sehr gut.“ Hargrave verweist auf zwei öffentliche Auftritte, die nach seiner Einschätzung bewusst gut gesetzt waren: Harrys Besuch in der britischen Sendung „This Morning“ mit Alison Hammond und sein Auftritt im Podcast des früheren Rugby-Stars Joe Marler. Beides seien „kluge und durchdachte Schritte“ seines Teams gewesen.

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Solche Auftritte lieferten Bilder, die in sozialen Medien funktionieren: „Man sieht den glücklicheren, humorvollen Harry, der für seine Invictus Games wirbt“, sagt Hargrave. Das eigentliche Drama bleibe dagegen hinter verschlossenen Türen. „Streitigkeiten darüber, wo Harry übernachtet, Fragen der Sicherheit oder auch seine Niederlage vor Gericht werden dadurch zu Geschichten ohne Bilder. Harrys Team weiß, dass heute entscheidend ist, was Menschen sehen können. In diesem Sinne haben sie zumindest in den Augen der Öffentlichkeit wieder etwas Boden gutgemacht.“

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