Das betrifft jedoch nicht nur den Stürmer, sondern den ganzen Klub, der normalerweise auch von der Spielerseite aus sehr unruhig ist. „Du hörst öffentlich keine Beschwerden aus diesem wirklich besonderen Kader. Keiner lässt sein Ego raushängen – nicht einmal Lamine Yamal“, beobachtet Spanien-Experte Platte.
Für den DAZN-Kommentator hat Flick dadurch sogar indirekt einen entscheidenden Anteil an Spaniens Weltmeistertitel. Acht Spieler der Katalanen waren im Kader von Luis de la Fuente. „Für mich ist er ein zweites Mal Weltmeister als Co-Trainer geworden“, ordnet Platte mit Blick auf Flicks ersten WM-Titel 2014 an der Seite von Jogi Löw ein. Zwar hätten nicht alle Barça-Stars viel Spielzeit bekommen, aber „selbst Lamine Yamal hat sich in den Dienst der Mannschaft gestellt und aktiv nach hinten gearbeitet. Das ist auch ein Verdienst von Hansi Flick“.
Und trotz aller Millionen-Transfers, die Barcelona tätigt, baut Flick immer wieder Spieler aus der eigenen Jugend in die Mannschaft ein. „Man kann dem gar nicht anerkennend genug gegenübertreten, was er in Barcelona geschafft hat“, bewertet Platte. Dazu gehöre jedoch nicht nur Flick allein, sondern auch sein komplettes Trainer-Team um Marcus Sorg und Heiko Westermann.
„Khedira kann Mourinho nochmal neue Perspektive zeigen“
Auf der anderen Seite steht Sami Khedira vor einer ungewohnten Rolle im Clásico. Als Spieler absolvierte er 21 dieser Duelle, in den vergangenen Jahren begleitete er die Partie als Experte und Kommentator gemeinsam mit Jan Platte für DAZN. Der Austausch zwischen beiden bestehe weiterhin, beschränkt sich aber eher auf unregelmäßige Nachrichten und einen lockeren Smalltalk über familiäre Dinge, erzählt Platte.
Denn seit dem Sommer arbeitet Khedira als Co-Trainer bei Real Madrid im Stab von Star-Trainer José Mourinho.
Die spanische Zeitung „AS“ schrieb bereits nach einigen Wochen in seiner neuen Position, dass Khedira „ein anderer Mensch“ sei. Der 2014er-Weltmeister sei „ein großer Anführer“ und erhalte viel Lob für seine Führungsstärke und sei in der Kommunikation direkter als noch in seinen Zeiten als Spieler. Was damit in der alltäglichen Arbeit gemeint ist, erklärt Jan Platte. „Mourinho schätzt seine Meinung. Und Sami ist jemand, der den Dialog sucht, Vorschläge macht und eigene Ideen einbringt, weil er sich so viel mit Fußball beschäftigt. Und dadurch kann er möglicherweise auch Mourinho noch einmal eine neue Perspektive aufzeigen.“
