Roaming-Regeln
Reisen ohne Smartphone-Fallen: Das gibt es im Urlaub zu beachten
06.07.2026 – 14:08 UhrLesedauer: 4 Min.
Info-SMS schützen vor teuren Überraschungen auf Reisen – wenn man sie liest. Welche Kostenfallen in Nicht-EU-Ländern, auf Kreuzfahrten, in Grenznähe oder bei WLAN-Calls lauern.
Die Urlaubskasse ist ein sensibles Thema. Wird sie nach der Rückkehr durch eine unerwartet hohe Mobilfunkrechnung noch einmal arg strapaziert, kann das die schönen Erinnerungen an die Ferien trüben.
Die gute Nachricht: Die Wahrscheinlichkeit, dass so etwas passiert, ist relativ gering – dank der verbraucherfreundlichen EU-Gesetzgebung samt verpflichtenden Kosteninformationen per SMS fürs Ausland.
Die schlechte Nachricht: Die wenigen Situationen, in denen auf Reisende Mobilfunkkosten zukommen können, die sie so gar nicht auf dem Schirm hatten, haben es in sich.
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In jedem Fall Pflicht, um keine teuren Überraschungen zu erleben: Vor der Reise den eigenen Vertrag und die zugehörige Preisliste dahingehend prüfen, was Telefonieren und Surfen im Reiseland kosten, wenn dort die EU-Roaming-Regeln nicht gelten, rät die Stiftung Warentest.
Mailbox, Datenroaming, WLAN-Calls: Das kann teuer werden!
Bei Zielen außerhalb der Europäischen Union oder auf Kreuzfahrten sollte man im Zweifel Mailbox, eventuelle Rufumleitungen und das Datenroaming deaktivieren. Alternativen im jeweiligen Urlaubsland können lokale SIM-Karten, eSIMs und WLAN-Hotspots sein.
- Achtung: Sogenannte WLAN-Calls (WiFi-Calling), die neuere Smartphones für stabile Telefonate mit hoher Tonqualität in WLAN-Netzen nutzen können, zählen selbst bei Reisen in EU-Länder teils als teure Auslandsgespräche. Deshalb WLAN-Calls vor Auslandsreisen am besten immer deaktivieren.
EU-Roaming: Nicht alle sind drin!
Dank der EU-Roaming-Verordnung kosten Telefonate, SMS und mobiles Internet in allen 27 EU-Mitgliedsstaaten sowie in Island, Liechtenstein, Norwegen und auch in einigen Überseegebieten wie La Réunion oder Martinique genauso viel wie zu Hause, wenn das Gespräch nach Deutschland oder in die Netze des jeweiligen EU-Urlaubslandes geht. Auch eingehende Anrufe aus Deutschland kosten nichts extra.
In Großbritannien erheben 1&1, Vodafone, Telefónica (O2) und die Telekom trotz des Brexits nach wie vor keine zusätzlichen Roaming-Gebühren. Wer also beispielsweise eine Allnet-Flat mit einem bestimmten Datenvolumen hat, kann beides in all diesen Ländern wie daheim ohne Zusatzkosten nutzen.
Monaco, San Marino, Andorra, die Isle of Man, die Kanalinseln, Gibraltar, Vatikanstadt und andere fallen dagegen nicht unter die EU-Roaming-Verordnung. Einige Mobilfunkanbieter ordnen diese Gebiete allerdings trotzdem der EU-Länderliste zu oder gewähren günstige Konditionen. Also vor der Reise in die Preisliste schauen oder beim Anbieter nachfragen.
- Achtung: Nicht unter die EU-Roaming-Verordnung fallen die Schweiz oder die Türkei. Aber auch hier keine Regel ohne Ausnahme: Postpaid-Kunden der Telekom können ihr Handy in der Schweiz beispielsweise zu EU-Konditionen nutzen, erklären die Warentester.
Weltweit, auf dem Wasser und in der Luft: Vorsicht ist geboten!
In Nicht-EU-Ländern drohen nach wie vor extrem hohe Kosten. So kann schon die Telefonminute in Kuba oder auf den Malediven je nach Anbieter beispielsweise 4 Euro kosten, die Nutzung mobiler Daten schlägt dort den Angaben zufolge teils mit 17 Euro pro Megabyte (MB) zu Buche.
