Hamburger Pianist

„Musiker, Lehrer und Wegbereiter“: NDR Bigband trauert um Dirigent

15.10.2026 – 02:29 UhrLesedauer: 2 Min.

Dieter Glawischnig: Der langjährige Chefdirigent der NDR Bigband verstarb am 1. Oktober im Alter von 88 Jahren. (Quelle: NDR/Marco Prosch)

Dieter Glawischnig ist mit 88 Jahren gestorben. Er leitete die NDR Bigband und gründete den Jazzstudiengang der HfMT Hamburg.

Dieter Glawischnig ist tot. Der Pianist, Dirigent und Komponist starb am 1. Oktober im Alter von 88 Jahren. Er hinterließ in Hamburg zwei bleibende Spuren: als Chefdirigent der NDR Bigband und als Gründer des Jazzstudiengangs an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg (HfMT), wie der NDR mitteilte.

Von 1980 bis 2008 leitete Glawischnig die NDR Bigband. Gemeinsam mit NDR-Redakteur Wolfgang Kunert öffnete er das Repertoire des Ensembles und führte es nach Angaben des NDR in die Jazz-Moderne. Unter seiner Leitung arbeitete die NDR Bigband mit Musikern wie Chet Baker, Al Jarreau, McCoy Tyner und Abdullah Ibrahim.

NDR-Intendant: NDR verliert außergewöhnlichen Musiker

Ab 1982 baute Glawischnig an der HfMT Hamburg den Fachbereich Jazz auf. 1985 gründete er dort gemeinsam mit dem damaligen Hochschulpräsidenten Prof. Hermann Rauhe den Studiengang Jazz – nach Angaben der HfMT einer der ersten seiner Art in Deutschland. Sein Konzept verband Jazz und klassische Ausbildung in beide Richtungen. Nach Angaben der Hochschule bestimmt dieser Ansatz das Profil des Studiengangs bis heute. 2003 wurde Glawischnig emeritiert.

Beide Institutionen reagierten mit Trauerbekundungen. NDR-Intendant Hendrik Lünenborg sagte: „Die Musikwelt und wir als NDR verlieren einen außergewöhnlichen Musiker, Lehrer und Wegbereiter, dessen wacher Geist und dessen Haltung uns fehlen werden. Sein Vermächtnis werden wir in Ehren halten.“

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Prof. Wolf Kerschek, Head of Jazz Department an der HfMT Hamburg, sagte: „Dieter Glawischnig hat Generationen von Musikern und Musikerinnen geprägt und der unverwechselbare ‚Hamburger Sound‘ wurde durch sein jahrelanges Wirken begründet. Für mich ganz persönlich war er als intellektueller, kompromissloser Künstler und freundschaftlich verbundener Mentor einer der wichtigsten Wegbereiter.“

Kooperation zwischen HfMT und NDR Bigband

Als Komponist setzte Glawischnig gesellschaftliche Akzente. Zu seinen Werken zählte „Als die Synagogen brannten“, ein Stück zum Gedenken an die Novemberpogrome 1938. Für die NDR Bigband vertonte er Texte von Ernst Jandl, darunter die Programme „Laut und Luise“ und „Aus der Kürze des Lebens“, wie NDR und HfMT mitteilten.

Die enge Kooperation zwischen HfMT und NDR Bigband geht nach Angaben der Hochschule wesentlich auf Glawischnig zurück und besteht bis heute.

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