Tod von 21-jähriger Studentin
Familie stirbt in Istanbul – weiteres deutsches Opfer?
19.11.2025 – 19:57 UhrLesedauer: 2 Min.
Pestizide gegen Bettwanzen sollen in Istanbul eine Familie aus Hamburg getötet haben. Jetzt rückt ein weiterer Todesfall in den Fokus – mit unheimlichen Parallelen.
Möglicherweise hat es in der Türkei schon vor der vergifteten vierköpfigen Familie ein Pestizid-Opfer aus Hamburg gegeben: Der aktuelle Fall erinnert türkischen Medienberichten zufolge an den Tod einer vor einem Jahr in Istanbul gestorbenen deutschen Erasmusstudentin.
Auch bei der 21 Jahre alten Marlene P. gingen die Behörden zunächst von einer Lebensmittelvergiftung aus. In diesem Sommer sei eine neue Untersuchung jedoch zu dem Schluss gekommen, dass sie mutmaßlich durch Pestizide gegen Bettwanzen vergiftet wurde.
Wie die Tageszeitung „Hürriyet“ berichtete, war Marlene im Rahmen eines Studentenaustauschs von Hamburg an die Üsküdar-Universität in Istanbul gekommen. Sie wohnte mit zwei Freunden zusammen in einer Wohnung. Am 2. November 2024 seien alle drei gegen Mitternacht wach geworden, weil ihnen schlecht war und sie sich übergeben mussten. Während ihre Freunde überlebten, starb die Studentin.
Die „Hürriyet“ zitierte nun aus einem im August erschienenen forensischen Bericht: Aufgrund eines Bettwanzenbefalls im Erdgeschoss des vierstöckigen Wohnhauses seien damals Fenster abgeklebt und ein Insektizid versprüht worden. Das Insektizid habe sich in ein Gas verwandelt und sich bis in die oberen Stockwerke ausgebreitet. „Auch in der Wohnung im ersten Stock, in der Marlene lebte, wurde ein starker Geruch festgestellt.“
Es bestehe Einigkeit darüber, dass der Tod von Marlene auf das zur Bekämpfung der Bettwanzen eingesetzte Insektizid zurückzuführen sei, heißt es laut „Hürriyet“ in dem forensischen Bericht. Der ihre Familie vertretende Anwalt Ekim Hakeri sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Staatsanwaltschaft habe diesbezüglich Ermittlungen aufgenommen.
Stunden bevor die Familie Vergiftungserscheinungen aufwies, wurde Berichten zufolge ein Zimmer im Erdgeschoss des Hotels mit einem Insektizid gegen Bettwanzen behandelt. Von dort könnte das Gift über die Belüftung im Badezimmer ins Zimmer der Familie gelangt sein, hieß es.
