Neuer Trend auf Mallorca

Promis streiten um Partyinsel – Ballermann am Scheideweg?

Aktualisiert am 26.04.2026 – 12:20 UhrLesedauer: 3 Min.

Isi Glück: Sie gilt als eine der erfolgreichsten Ballermann-Sängerinnen – und steht bei Ikke Hüftgolds Label unter Vertrag. (Quelle: IMAGO/nordphoto GmbH / Christian Schulze)

Am Ballermann schleicht sich ein neuer Trend ein: Hip-Hop-Größen wittern das große Geld und heizen den Partytouristen auf der Urlaubsinsel ein.

„Lass die Affen aus’m Zoo“ oder „Ich weiß nicht mal wie sie heißt“ könnten von den Songtiteln her absolute Ballermann-Klassiker sein. Doch hinter den Tracks stecken nicht Mickie Krause oder Lorenz Büffel, sondern die Rapgrößen Haftbefehl und Capital Bra. Beide sind am Wochenende bei der Saisoneröffnung des „Megapark“ in El Arenal aufgetreten.

Shisha trifft auf Sangria, Autotune auf „Schalala“: Was lange als unvereinbar galt, scheint inzwischen fast selbstverständlich. Im vergangenen Sommer trat Sido mehrfach im sonst so schlagerlastigen „Bierkönig“ auf. Doch es ist vor allem der „Megapark“, der größte Partytempel am Ballermann, der in seinem Künstlerportfolio Rapper aufbietet – was vor allem am deutlich jüngeren Publikum liegen dürfte.

„Diese Buchungen unterstreichen, dass Hip-Hop Teil der Popkultur geworden ist und mittlerweile eines der beliebtesten Genres“, sagt Musikjournalist Robin Schmidt, der den Hip-Hop-Podcast „Robins Hood“ moderiert. „Die Szene ist so divers, dass es kaum noch Vorbehalte gibt, auf solchen Events aufzutreten.“

In vergangenen Jahren tauchten im „Megapark“ häufig bekannte Rapper auf, teils wöchentlich. Dabei passen Künstler wie Ski Aggu (Friesenjung), Kay One (Señorita) oder die Atzen (Disco Pogo) musikalisch maßgeschneidert zur Party an der Playa. Auch Finch rappt mehrere Songs, die auf Ballermann-Partys dazugehören, wie „Abfahrt“ oder „Liebe auf der Rückbank“. In dieser Saison präsentiert er gemeinsam mit dem Partyschlager-Star Rumbombe den neuen Song „ANALysieren“ – eine ideale Malle-Mischung aus frivolem Inhalt und eingängigem Beat.

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Größer war die Verwunderung, als der „Megapark“ zum Saisonabschluss des vergangenen Jahres erstmals Capital Bra angekündigt hatte. Lange spekulierten Beobachter, ob der in Sibirien geborene Rap-Superstar tatsächlich in El Arenal auftauchen wird. Denn der 31-Jährige gilt in der Branche als unberechenbar.

Am Ende stand Bra im weißen T-Shirt auf der Bühne und präsentierte gut gelaunt Partyhits wie „Cherry Lady“ und „Roli Glitzer Glitzer“. Nach einer knappen halben Stunde war der Kurz-Gig dann auch wieder vorbei. Dafür soll der Musiker mehrere Zehntausend Euro kassiert haben – und kam am Samstag zurück. Wenige Tage nach einem Drogenabsturz in Berlin zog der Deutschrapper seinen rund 25-minütigen Auftritt professionell durch.

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