Was der Laborwert verrät
Hämatokrit: Was bedeuten zu hohe oder zu niedrige Werte?
Aktualisiert am 22.10.2025 – 07:17 UhrLesedauer: 5 Min.

Der Hämatokrit ist ein Blutwert. Er gibt an, wie dickflüssig das Blut ist. Werte außerhalb der Norm können verschiedene Ursachen haben.
Der Hämatokrit zählt zu den klassischen Laborwerten, die im Rahmen eines kleinen oder großen Blutbilds immer erfasst werden. Dennoch wissen viele nicht, was sich hinter diesem Begriff verbirgt. Ist Hämatokritwert zu niedrig oder zu hoch, kann das harmlos sein, aber auch auf eine Erkrankung hinweisen.
Der Hämatokrit (auch: Hct-, Hkt- oder Hk-Wert) gibt Aufschluss darüber, ob das Blut eher dünn- oder dickflüssig ist. Mithilfe des Hk-Werts können Ärzte erkennen, zu wie viel Prozent das Blut aus Blutzellen besteht. Je höher der Wert, desto höher ist der feste Anteil des Bluts – und desto schlechter kann es fließen.
Blut setzt sich aus flüssigen und festen Bestandteilen zusammen. Der flüssige Teil ist das Blutplasma, während der feste Teil die unterschiedlichen Blutzellen umfasst. Zu den Blutzellen zählen
Die roten Blutkörperchen machen mit rund 99 Prozent den mit Abstand größten Anteil der Blutzellen aus. Daher gilt der Hämatokrit auch als Maß dafür, wie viele rote Blutkörperchen sich im Blut befinden.
Welcher Hämatokritwert als normal gilt (Referenzwert), ist je nach Alter und Geschlecht unterschiedlich. Männer haben einen höheren Wert als Frauen. Bei Kindern ist der Hämatokritwert niedriger als bei Erwachsenen. Auch bei Schwangeren im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel verringert sich der Hämatokritwert vorübergehend.
Der Hk-Wert wird in der Regel in Prozent angegeben (oder alternativ in Liter pro Liter, l/l). Er sagt aus, wie viel Prozent die festen Bestandteile des Bluts ausmachen. Bei einem Hk-Wert von 45 Prozent bedeutet das zum Beispiel: Zu 45 Prozent besteht das Blut aus Zellen und zu 55 Prozent aus dem flüssigen Blutplasma.
Hämatokrit: Normalwerte bei Erwachsenen
Wichtiger Hinweis: Je nach verwendeter Untersuchungsmethode können die Hk-Normalwerte von Labor zu Labor voneinander abweichen. Daher sind die angegebenen Werte als Richtwerte zu verstehen, die nicht zur eigenen Interpretation eines Laborbefundes geeignet sind. Besprechen Sie Ihre Werte daher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Verschiedene Einflüsse können die Werte verändern, ohne dass eine krankhafte Ursache vorliegt. Wenn eine Person beispielsweise bei körperlicher Aktivität viel schwitzt, steigt der Hämatokritwert vorübergehend, da Flüssigkeit verloren geht. Diese Faktoren wird der Arzt berücksichtigen, wenn er die Blutergebnisse interpretiert.
Ist der Hämatokrit zu hoch, enthält das Blut mehr Blutzellen als gewöhnlich. Das Blut ist entsprechend dicker und kann nicht mehr so gut fließen.
Auf Dauer bedeutet ein zu hoher Hämatokritwert, dass das Herz mehr pumpen muss, um sauerstoffreiches Blut in alle Organe zu transportieren. Auch steigt die Gefahr, dass sich in einem Gefäß ein Blutgerinnsel bildet.
Mögliche Ursachen für einen erhöhten Hämatokritwert sind:
