IT-Sicherheit
Leere Supermarktregale nach Cybervorfall
14.10.2026 – 13:09 UhrLesedauer: 2 Min.
Nach einem IT-Vorfall beim Mutterkonzern fehlt in vielen Filialen einer niederländischen Supermarktkette die Ware. Was bislang über den Vorfall bekannt ist.
Ein IT-Sicherheitsvorfall beim Handelskonzern Ahold Delhaize hat in den Niederlanden zu leeren Regalen geführt. Wie der Konzern in einer Pressemitteilung erklärt, sind seit Sonntagnachmittag mehrere Systeme außer Betrieb. Betroffen seien vor allem die Supermarktkette Albert Heijn, die Drogeriekette Etos und der Wein- und Spirituosenhändler Gall & Gall. Die Läden sind weiterhin geöffnet.
Albert-Heijn-Geschäftsführerin Margaret Versteden-van Duijn sagte dem niederländischen Sender NOS, mehrere Vertriebszentren hätten den Betrieb einstellen müssen. In den Filialen fehlten vor allem Obst, Gemüse und Milchprodukte. Tiefkühlware laufe über eigene Vertriebszentren und dürfte besser verfügbar bleiben.
Inzwischen sind nach Angaben von Albert Heijn wieder mehrere Vertriebszentren in Betrieb. Zusätzlich beliefert die Kette die Filialen direkt, Kunden müssten trotzdem mit Lücken im Angebot rechnen.
Lieferdienst und Bonusprogramm außer Betrieb
Auch Webseiten, Apps und Kundendienst von Albert Heijn, Etos und Gall & Gall seien nicht erreichbar. Der Lieferdienst von Albert Heijn ruht, auch bereits vor dem Ausfall aufgegebene Bestellungen werden nicht ausgeliefert, heißt es weiter. Wann sich das ändert, kann das Unternehmen nach eigener Aussage nicht sagen.
Auch das Bonusprogramm funktioniert nicht, persönliche Rabatte lassen sich derzeit nicht einlösen. Außerdem warnt die Kette vor Phishing, also gefälschten Nachrichten, mit denen Betrüger an persönliche Daten gelangen wollen.
Konzern spricht nicht von Angriff
Ahold Delhaize spricht von einem Cybersicherheitsvorfall. Weitere Details könnten die Ermittlungen gefährden, heißt es in einer Mitteilung. Darin schreibt Ahold Delhaize auch, einzelne Systeme würden nun kontrolliert wieder hochgefahren. Bislang gebe es zudem keine Hinweise darauf, dass Daten von Kunden oder Beschäftigten abgeflossen seien. Der Konzern arbeite mit externen Fachleuten für Cybersicherheit und den Behörden zusammen.
Der Sender NOS berichtet unter Berufung auf ungenannte Quellen aus der Sicherheitsbranche, Albert Heijn habe verdächtigen Datenverkehr von Angreifern festgestellt. Dafür seien Server in den USA, Polen, Moldau und der Türkei genutzt worden. Wo die Angreifer selbst sitzen, lässt sich daraus nicht ableiten.
Zeitgleich haben Unbekannte in Frankreich die Kühlsysteme mehrerer Supermarktketten manipuliert, darunter Intermarché und E.Leclerc. Die niederländische Cybersicherheitsbehörde NCSC sieht nach eigenen Angaben keinen Grund, einen Zusammenhang anzunehmen. Ahold Delhaize war bereits Ende 2024 Ziel eines Cyberangriffs, der vor allem das US-Geschäft traf.
