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Habeck spricht auf umstrittener Plattform

wochentlich.deBy wochentlich.de25 April 2024Keine Kommentare3 Mins Read
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Habeck spricht auf umstrittener Plattform
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Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck will jungen Menschen „da begegnen, wo sie sind“. Und zeigt sich deshalb jetzt auf der Plattform TikTok.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck ist jetzt mit Kurzvideos auf dem Portal TikTok zu sehen. Er sei unter dem Account-Namen „Habeck & Team BMWK“ zu finden, wie das Wirtschaftsministerium mitteilte. Der neue Online-Auftritt soll wie die bereits vorhandenen über die Themen des Ministeriums informieren, das Regierungshandeln erklären und Einblicke in die Arbeit des Ministers und Vizekanzlers geben, hieß es.

Ein Ausschnitt der Pressekonferenz ist auch einer der ersten Clips auf der Plattform zu sehen. Er wird eingeleitet mit der Frage einer Journalistin, warum er „auf der chinesischen Plattform TikTok und nicht auf Twitter“ (jetzt X) vertreten sei.

Kritik und Lob für Habeck in Kommentaren

Er nehme die Ängste und Sorgen der jungen Generation ernst, antwortete Habeck vor Journalisten in Berlin und verwies auf die jüngst veröffentlichte Jugendstudie. Coronapandemie, die Welt in Aufruhr und der Klimawandel hätten in der jungen Generation Spuren hinterlassen. „Und ich möchte gerne vor allem jungen Leuten ein Gesprächsangebot machen, da, wo sie sind“ erklärte er bei einer Pressekonferenz. Gegenwärtig schienen sie „vor allem auf TikTok“ zu sein. Am heutigen Donnerstag präsentiert sich Habeck erstmals in einem TikTok Live, einem Online-Auftritt mit Fragemöglichkeiten.

In einem weiteren Kurzvideo begrüßt Habeck seine Zuschauer: „So Leute, ich bin jetzt auch auf diesem Kanal“ sagt er in die Kamera, „mich interessiert sehr, was Euch umtreibt, welche Fragen Ihr habt.“

Die ersten Reaktionen bezogen sich weniger auf den neuen Auftritt, sondern waren allgemein Kritik und Lob. Während einige Kommentatoren „Habeck for Bundeskanzler“ forderten, verlangten andere seinen Rücktritt. Bis zum Donnerstagmorgen hatte sein Clip bereits fast 5.000 Kommentare und mehr als 6.000 Likes.

Gesetz setzt Plattform in den USA unter Druck

Neben Habeck sind auch Bundeskanzler Olaf Scholz und Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach auf TikTok vertreten. Die Plattform ist umstritten, weil der chinesischen Betreiberfirma Bytedance zu enge Beziehungen zur Regierung in Peking vorgeworfen werden. In den USA ist gerade ein Gesetz verabschiedet worden, nachdem TikTok aufgefordert wird, sich vom chinesischen Mutterkonzern zu lösen und in den USA eine eigenständige Firma zu eröffnen. Damit droht TikTok die Verbannung aus amerikanischen App-Stores, falls die App in einem Jahr noch im Besitz des in China ansässigen Bytedance-Konzerns sein sollte. Das Unternehmen will das Gesetz vor Gericht anfechten.

Die USA werfen Bytedance seit Jahren vor, im Dienste der chinesischen Führung seine Videoplattform dafür zu missbrauchen, die Nutzerinnen und Nutzer auszuspionieren. Auch in Deutschland fordern Politiker ein schärferes Vorgehen gegen die App.

In der EU kämpft das Unternehmen aus anderen Gründen mit den Behörden. Auf Druck der Europäischen Kommission wegen mutmaßlicher Suchtgefahren für Minderjährige setzte die Videoplattform TikTok ein umstrittenes Belohnungssystem vorerst aus. „Wir setzen die Belohnungsfunktion in TikTok Lite freiwillig aus, während wir uns mit den Bedenken auseinandersetzen“, teilte das Unternehmen am Mittwoch im Onlinedienst X mit. Brüssel hatte Anfang der Woche mit einer Blockade der Funktion in der EU gedroht.

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