Gesund und fit im Alter

So könnte die Nierenfunktion länger erhalten bleiben


24.08.2026 – 19:55 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein Mann fährt Fahrrad: Die Herz-Lungen-Fitness zu stärken, hat zahlreiche gesundheitliche Vorteile. (Quelle: ViktorCap/getty-images-bilder)

Alternde Nieren büßen langsam ihre Funktion ein, sodass sie später oft chronisch erkranken. Eine neue Studie zeigt, was diese Entwicklung verlangsamen könnte.

Eine japanische Studie hat ergeben: je besser die Herz-Lungen-Fitness, desto langsamer der altersbedingte Rückgang der Nierenfunktion. Demnach könnte ein entsprechendes Herz-Kreislauf-Training womöglich dazu beitragen, die Nierengesundheit im späteren Leben länger zu erhalten. Nachzulesen sind die Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Medicine & Science in Sports & Exercise“.

Was bedeutet Herz-Lungen-Fitness?

Herz-Lungen-Fitness, auch kardiorespiratorische Fitness genannt, beschreibt die Fähigkeit des Körpers, bei körperlicher Belastung Sauerstoff aufzunehmen und zu nutzen. Sie ist unter anderem von der Leistungsfähigkeit von Herz, Lunge und Muskulatur abhängig.

Nierenfunktion über fünf Jahre im Blick

An der Studie nahmen 198 Erwachsene teil, die zu Studienbeginn im Mittel 61 Jahre alt waren und eine normale Nierenfunktion aufwiesen. Alle teilnehmenden Personen absolvierten einen Belastungstest auf einem Fahrradergometer. Dabei ermittelte das Forschungsteam ihre Herz-Lungen-Fitness, indem es unter anderem maß, wie gut der Körper bei körperlicher Belastung Sauerstoff aufnehmen und verwerten kann.

Zudem untersuchte das Team über einen Zeitraum von fünf Jahren einmal jährlich die Nierenfunktion aller teilnehmenden Personen. Dazu schätzte es anhand bestimmter Blutwerte (nämlich Kreatinin und Cystatin C) die glomeruläre Filtrationsrate (eGFR), die angibt, wie gut die Nieren das Blut filtern.

Gut zu wissen

Die anhand des Cystatin-C-Werts geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFRcys) ist oft deutlich niedriger als diejenige, die auf dem Kreatininwert basiert (eGFRcr). Bei alleiniger Bestimmung von Kreatinin besteht daher das Risiko, dass die Nieren funktionstüchtiger wirken, als sie tatsächlich sind.

Deutlicher positiver Zusammenhang

Die Untersuchungen ergaben, dass eine höhere Herz-Lungen-Fitness mit einem deutlich langsameren altersbedingten Rückgang der Nierenfunktion verbunden war. Dieser Zusammenhang blieb auch nach Berücksichtigung möglicher Einflussfaktoren wie Alter, Geschlecht, Körperfettanteil, Rauchen und Begleiterkrankungen bestehen.

Außerdem kam es bei einer höheren Herz-Lungen-Fitness während des Beobachtungszeitraums seltener zu einer für die Betroffenen spürbaren Verschlechterung der Nierenfunktion von 20 Prozent oder mehr.

Beide Zusammenhänge zeigten sich allerdings nur bei der anhand des Markers Cystatin C geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFRcys).

Dennoch sprechen die Ergebnisse dafür, dass die Aufrechterhaltung einer guten Herz-Lungen-Fitness bei Menschen mit noch erhaltener Nierenfunktion dazu beitragen könnte, die Nierengesundheit im späteren Leben zu schützen.

Noch kein Beweis für einen Schutzeffekt

Die Ergebnisse stammen allerdings aus einer reinen Beobachtungsstudie. Somit liefern sie keinen Beweis dafür, dass die Herz-Lungen-Fitness direkten Einfluss auf den altersbedingten Funktionsverlust der Nieren hat. Um zu klären, ob und in welchem Umfang eine verbesserte Fitness tatsächlich dazu beitragen kann, die Nierenfunktion im Alter zu erhalten, sind daher weitere Studien nötig.

Laut dem Forschungsteam deutet die Studie aber zumindest darauf hin, dass eine gute Herz-Lungen-Fitness eine Schutzfunktion für die Nieren erfüllen könnte. Sie zu erhalten, könnte demnach womöglich einen wichtigen Beitrag zur Prävention chronischer Nierenerkrankungen leisten. Fest steht in jedem Fall: Wer seine Herz-Lungen-Fitness fördert, tut damit seiner Gesundheit insgesamt etwas Gutes – und vielleicht auch seinen Nieren.

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