ADAC kritisiert

Günstige Kleinwagen verschwinden vom Markt


04.09.2026 – 13:51 UhrLesedauer: 2 Min.

VW Polo: Er kostet mittlerweile mehr als 20.000 Euro in der Basisversion.

Kleinwagen mit Benziner werden immer teurer. Bei Elektroautos entwickelt sich der Markt dagegen in eine andere Richtung.

Wer einen Kleinwagen kauft, entscheidet sich zwar für ein kleines Auto – günstig ist es deshalb längst nicht mehr. Ein neuer Kleinwagen mit Benzinmotor kostet inzwischen durchschnittlich fast 24.000 Euro. Vor zehn Jahren waren es knapp 80 Prozent weniger, wie eine aktuelle Auswertung des ADAC zeigt.

Gleichzeitig wird die Auswahl bei den Verbrennern kleiner. Der ADAC zählt aktuell noch 46 Modelle und damit so wenig wie nie zuvor. Diesel werden in dieser Fahrzeugklasse inzwischen gar nicht mehr angeboten.

Über alle Antriebsarten betrachtet schrumpft die Auswahl allerdings nicht. Im Gegenteil: Insgesamt stehen wieder mehr als 80 Kleinwagenmodelle zur Wahl. Eine ähnlich große Auswahl gab es laut ADAC zuletzt 2017. Seitdem ist der durchschnittliche Preis über alle Antriebsarten allerdings um mehr als 10.000 Euro gestiegen.

Elektro-Kleinwagen werden günstiger

Ein elektrischer Kleinwagen kostet im Durchschnitt weniger als 30.000 Euro. Im Vergleich zu 2024 ist der Preis damit um mehr als neun Prozent gesunken. Günstig ist das jedoch nicht.

Auch die Auswahl wächst: Inzwischen führt der ADAC-Autokatalog fast 40 elektrische Kleinwagen. Vor zehn Jahren waren es weniger als zehn Modelle. Allerdings waren E-Kleinwagen damals im Durchschnitt auch knapp 5.000 Euro günstiger als heute.

Das bedeutet: Benziner werden teurer und das Angebot wird kleiner, während bei Elektroautos die Preise zuletzt sinken und die Auswahl wächst.

Welche Neuwagen gibt es noch unter 20.000 Euro?

Wer nicht mehr als 20.000 Euro für einen Neuwagen ausgeben möchte, hat inzwischen nur noch eine begrenzte Auswahl. Lediglich 16 Modelle auf dem deutschen Markt unterschreiten diese Grenze. Ein Auto eines deutschen Herstellers ist nicht darunter.

Das günstigste Modell ist der Dacia Sandero. Sein Grundpreis liegt bei 13.590 Euro. Doch unterhalb der 20.000-Euro-Marke finden sich nicht ausschließlich klassische Klein- und Kleinstwagen. Auch einige Elektroautos bleiben darunter, darunter der Dacia Spring, der Leapmotor T03 und der Renault Twingo E-Tech Electric. Selbst größere Modelle sind vereinzelt für weniger als 20.000 Euro erhältlich. Dazu gehören etwa die SUVs Dacia Duster, KGM Tivoli und Citroën C3 Aircross sowie der Dacia Jogger, der mit bis zu sieben Sitzen angeboten wird.

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Wie stark sich das Preisgefüge verschoben hat, zeigt auch ein Blick auf Volkswagen. 2018 kostete die günstigste Variante des VW Golf noch weniger als 20.000 Euro. Inzwischen liegt der Einstiegspreis bei knapp 30.000 Euro. Selbst der kleinere VW Polo überschreitet mit einem Grundpreis von 20.380 Euro die Marke.

ADAC sieht Sparpotenzial bei der Ausstattung

Nach Ansicht des ADAC könnten die Autohersteller günstigere Modelle anbieten, wenn sie bei der Serienausstattung stärker differenzieren. Nicht alle Käufer benötigten die zahlreichen Komfort- und Unterhaltungsfunktionen, die inzwischen bei vielen Kleinwagen serienmäßig an Bord seien, argumentiert der Verkehrsclub. Bei einfacheren Ausstattungen sieht er deshalb Sparpotenzial.

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