Wirtschaftsministerin im Tief
Drei Viertel sehen Reiche kritisch – die Ministerin reagiert
Aktualisiert am 16.06.2026 – 13:53 UhrLesedauer: 2 Min.
Heizungsgesetz, Arbeitszeit-Vorstoß, Gaskraftwerke: Katherina Reiche eckt an und hat miese Umfragewerte. Jetzt handelt die Wirtschaftsministerin.
Die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung hält Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) laut einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage für eine ungeeignete Wahl für das Amt der Wirtschaftsministerin. Wie die Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und „Stern“ ergab, halten 75 Prozent Reiche nicht für die richtige Besetzung an der Spitze des Wirtschaftsressorts. Lediglich 15 Prozent sind mit ihrer Arbeit zufrieden. Zehn Prozent waren unentschlossen.
Reiches Wirken wird demnach im Osten (77 Prozent) und Westen (75 Prozent) des Landes ähnlich negativ gesehen. Selbst Unionsanhänger sehen sie kritisch: 66 Prozent von ihnen trauen der 53-Jährigen demnach nicht zu, die wirtschaftlichen Herausforderungen Deutschlands zu bewältigen. Beim Koalitionspartner SPD sind 70 Prozent mit Reiches Arbeit unzufrieden.
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Unter den selbstständig Beschäftigten beträgt die Ablehnung sogar 82 Prozent und ist damit unwesentlich geringer als bei den Anhängern der Oppositionsparteien Grüne und Linke (beide 85 Prozent). Bei den Wählern der AfD sprachen sich 81 Prozent gegen Reiche aus.
Zwei Agenturen kümmern sich um die Außenwirkung
Laut dem „Stern“ reagiert die Ministerin auf das schlechte Image. Demnach sollen die PR-Agenturen Scholz & Friends und die Kommunikationsagentur FGS Global die Außenwirkung der CDU-Politikerin verbessern. Bis zu 2.217.600 Euro pro Jahr sind dem Bericht zufolge für die Beratung durch FGS und Scholz & Friends eingeplant. Der Vertrag läuft zwei Jahre und kann bei Bedarf zweimal um ein Jahr verlängert werden. So könnten Beraterkosten von bis zu 8,8 Millionen Euro entstehen.
Reiche war vor ihrem Wechsel ins Kabinett von Kanzler Friedrich Merz Chefin des Energiekonzerns Westenergie. Das bringt ihr regelmäßig die Kritik ein, sie vertrete Lobby-Interessen. In der Kritik steht sie unter anderem auch wegen ihrer Reform des sogenannten Heizungsgesetzes, das auch nach 2045 fossile Energieträger zulässt, wenn sie – zumindest teilweise – biologisch gewonnen wurden.
Zudem wird ihr Vorstoß zur sogenannten Gaskraftwerk-Reserve kritisch gesehen. Um Dunkelflauten abzufangen, sollen neue Kraftwerke vorrangig im Süden entstehen. Länder in Ostdeutschland wie Brandenburg fürchten deshalb um ihre Investitionen in erneuerbare Energien und Batteriespeicher. Finanziert werden sollen diese unter anderem durch eine neue Umlage auf den Strompreis, den alle Verbraucher bezahlen würden.
