Fall eines einstigen Börsenstars
GoPro steht vor der Insolvenz
Aktualisiert am 02.06.2026 – 15:19 UhrLesedauer: 3 Min.
Der Actionkamera-Hersteller GoPro hat Probleme. Gestiegene Kosten, sinkende Umsätze und frühere Fehlentscheidungen setzen den einstigen Börsenstar unter Druck.
Der Actionkamera-Pionier GoPro hat vor einer möglichen Insolvenz gewarnt. Das Unternehmen aus dem US-Bundesstaat Kalifornien teilte Anlegern mit, dass es erhebliche Zweifel am Fortbestand des Unternehmens gebe. Grund dafür sind stark gestiegene Preise für Speicherchips, sinkende Umsätze und hohe Verluste.
Eine solche Mitteilung ist in den USA eine verpflichtende Warnung an Investoren, wenn ein Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten gerät. GoPro erklärte, man könne zusätzliche Finanzierung suchen oder neue Vereinbarungen mit Geldgebern schließen, um eine Zahlungsunfähigkeit zu vermeiden.
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Das Geschäft von GoPro hat sich zuletzt schwach entwickelt. Im ersten Quartal sank der Umsatz im Jahresvergleich um 26 Prozent auf 99,1 Millionen Dollar. Unter dem Strich stand ein Verlust von 80,8 Millionen Dollar. Die liquiden Mittel schrumpften auf 50 Millionen Dollar.
Insolvenz bedroht Kamerahersteller: KI-Boom treibt Kosten
Besonders stark belasten GoPro derzeit die Preise für Speicherchips. Das Unternehmen hatte nach dem ersten Quartal darauf hingewiesen, dass sich die Chipkosten teils mehr als verdoppelt hätten. In einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht sprach GoPro von einem Anstieg der Kosten für Speicherhardware um 80 bis 110 Prozent.
Hintergrund ist der weltweite Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz. Die hohe Nachfrage nach Halbleitern und Speicherprodukten treibt die Preise. Auch andere Elektronikhersteller spüren diese Entwicklung. Bei GoPro kommt sie jedoch zur Unzeit.
Denn die Marke hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung verloren. GoPro war lange der bekannteste Name im Geschäft mit Actionkameras. Surfer, Snowboarder, Radfahrer und Abenteurer nutzten die kleinen robusten Kameras, um ihre Fahrten und Sprünge aus der eigenen Perspektive zu filmen. Die Bilder verbreiteten sich millionenfach auf Plattformen wie YouTube.
GoPro vor Insolvenz: Vom Börsenstar zum Krisenfall
Gegründet wurde GoPro 2002 in Kalifornien. Anfang der 2010er-Jahre wuchs das Unternehmen rasant. 2014 ging GoPro an die Börse. Damals lag die Marktbewertung bei rund drei Milliarden Dollar, binnen weniger Monate verdoppelte sich der Aktienwert.
