Anbieter warnen
Spam-Mails nehmen ab – doch die neue Gefahr ist viel tückischer
10.08.2026 – 17:08 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Trend bei Phishing-Mails hat sich nach Jahren des Anstiegs erstmals gedreht. Gleichzeitig werden die Angriffe präziser. Darauf sollten Nutzer achten.
Die deutschen E-Mail-Anbieter GMX und web.de haben in den ersten sechs Monaten des Jahres bei den Spam-Mails einen deutlichen Rückgang von rund 45 Prozent verzeichnet. Das Spam-Aufkommen habe sich von rund 1,8 Milliarden im Vorjahreszeitraum auf rund 990 Millionen verdächtige Mails pro Woche „nahezu halbiert“, erklärten die beiden Anbieter am Montag. Gleichzeitig warnten sie, dass Phishing-Mails nun deutlich präziser auf die Empfänger zugeschnitten würden.
In den vergangenen Jahren war das Aufkommen an Schadmails laut GMX und web.de immer weiter gestiegen: Zwischen 2021 und Ende 2024 legte die Zahl der erkannten Spam-Mails bei den beiden Anbietern demnach um rund 146 Prozent zu.
- Log-in ohne Passwort: E-Mail-Anbieter schalten neue Sicherheitsfunktion frei
- Neue Funktionen: GMX rüstet E-Mail-Postfächer auf – mit einer Einschränkung
Seit Sommer 2025 „kehrt sich dieser Trend um“. Der Grund: „Mehrstufige Filtersysteme und industrieweite Authentifizierungsstandards, auf die sich große Anbieter weltweit verpflichtet haben, machen es Kriminellen heute deutlich schwerer, große Mengen Spam erfolgreich zuzustellen.“
Weniger Masse, mehr Zuschnitt
Zugleich veränderten sich die Spam-Mails: An Stelle identischer Massen-Spam-Mails würden „gezielte, persönlich zugeschnittene Angriffe“ gesendet. Das könnten etwa „gefälschte Rechnungen mit individuellem Namen, Betrug mit QR-Codes, die Übernahme bestehender Accounts oder der gezielte Betrug an Beschäftigten von Unternehmen“ sein, erläuterten web.de und GMX. Ein Teil der Angriffe verlagere sich auch auf Onlinenetzwerke, SMS und Messengerdienste.
Die Anbieter raten dazu, wachsam zu bleiben und unerwartete Rechnungen, Zahlungsaufforderungen und QR-Codes von vermeintlich vertrauenswürdigen Absendern kritisch zu prüfen sowie Links in E-Mails nicht unbedacht zu öffnen. Das eigene E-Mail-Postfach solle „als Schlüssel zur digitalen Identität“ mit einem starken, einmaligen Passwort und Zwei-Faktor-Authentifizierung abgesichert werden.