Auf einmal platzt es aus Gina H. heraus
Mordfall Fabian: Eklat im Saal des Landgerichts
Aktualisiert am 06.08.2026 – 17:19 UhrLesedauer: 2 Min.
Am 20. Prozesstag im Fall Fabian kommt es zur direkten Konfrontation zwischen Gina H. und ihrer als Zeugin geladenen Schwester. Der Richter greift durch.
Aufregung im Prozess um den getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow: Am 20. Prozesstag löste die Angeklagte Gina H. mit einer Aussage einen Eklat aus. Ihr wird vorgeworfen, den Jungen am 10. Oktober vorigen Jahres mit sechs Messerstichen getötet und seine Leiche angezündet zu haben. Gina H. ist die Partnerin von Fabians Vater, der nach eigenen Worten an ihre Unschuld glaubt. Für die 30-Jährige gilt die Unschuldsvermutung.
Als letzte Zeugin war am Donnerstag die jüngere Schwester der Angeklagten in den Saal des Landgerichts Rostock geladen worden. Das Gericht bat die Medien darum, weder ihren Vor- noch Nachnamen zu veröffentlichen. Als Schwester hätte sie das Recht, die Aussage zu verweigern. Doch sie entschied sich dafür, auszusagen.
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Prozess im Fall Fabian: „Keine Lust zu arbeiten“
Als der Vorsitzende Richter Holger Schütt die Schwester auf die abgebrochene Ausbildung der Angeklagten ansprach, sagte die Zeugin: „Sie hat mir erzählt, dass sie keine Lust hat zu arbeiten.“ Daraufhin, so berichten es „Stern“ und „Bild“-Zeitung übereinstimmend, griff Gina H. ihre Schwester von der Anklagebank aus verbal an: „Hast du einen Dachschaden, oder was?“ Richter Schütt wies die Angeklagte daraufhin zurecht: „Das ist die erste und letzte Verwarnung für Sie, ich möchte mich nicht wiederholen!“

Die Zeugin hat zu ihrer Schwester nach eigenen Angaben seit acht Jahren keinen Kontakt mehr. Bei ihren Großeltern, wo die beiden Geschwister aufwuchsen, habe die Angeklagte „alles dafür getan, an erster Stelle zu stehen“, sagte die Zeugin. Dafür habe Gina H. auch gelogen. Die Großmutter habe sich der Schwester gegenüber zunehmend ablehnend geäußert.
Als ihr eigenes Kind im Hause der Großeltern einmal geschrien und sie gefragt habe, was los sei, habe die Großmutter laut „Bild“-Zeitung geantwortet: „Was geht mich dein Kind an?“ Die Schwester sei daraufhin regelrecht aus dem Haus geworfen worden – für die Zeugin sei das der entscheidende Wendepunkt gewesen, den Kontakt zur Großmutter abzubrechen.
Jedes Jahr ein Geburtstagsbrief an den Großvater
Für ihren Großvater fand Gina H.s Schwester vor Gericht hingegen liebevolle Worte. Sie habe ihm jedes Jahr zu seinem Geburtstag einen Brief geschrieben, sagte sie laut „Bild“. Auf die Nachfrage, ob dieser geantwortet habe, verneinte sie. Der Großvater war eigentlich für Freitag als Zeuge geladen – er macht aber von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch, wie das Gericht mitteilte.
