Bedroht, belästigt, immer wieder gestört

Israelisches Restaurant am Gendarmenmarkt gibt auf

30.04.2026 – 04:31 UhrLesedauer: 2 Min.

Blick auf den Berliner Gendarmenmarkt (Archivbild): Hier war das Restaurant Gila and Nancy beheimatet. (Quelle: IMAGO/Sabine Gudath)

Ein israelisches Restaurant in Berlin-Mitte kämpfte ums Überleben. Nun hat es aufgegeben – und ein Experte zieht eine bittere Bilanz.

Es sollte ein Ort der Begegnung sein: für Berliner, für die queere Community, für Menschen, die gutes Essen und gemeinsame Abende schätzen. Nun hat das israelische Kabarett-Restaurant „Gila & Nancy“ am Gendarmenmarkt in Mitte dauerhaft geschlossen. Der Grund: Bedrohungen, Belästigungen des Personals und Demonstrationen, die den Betrieb wiederholt lahmlegten.

Doch auch nach der Eröffnung rissen die Attacken nicht ab. Am Dienstag veröffentlichte der israelische „Channel 12″-Journalist Elad Simchayoff auf X eine Erklärung, in der er die Hintergründe der Schließung beschrieb: „[…] Nachdem das Personal belästigt und bedroht wurde und antiisraelische Demonstranten die Betriebsabläufe wiederholt gestört haben, schließt das Berliner Restaurant ‚Gila and Nancy‘ des israelischen Starkochs Eyal Shani endgültig.“

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Im Zentrum der Proteste stand Shahar Segal, Partner von Starkoch Eyal Shani und ehemaliger Sprecher der israelisch-amerikanischen Gaza Humanitarian Foundation (GHF). Demonstranten warfen ihm eine Teilhabe am „Völkermord“ vor.

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Das Restaurant hatte mit Gastro-Show, Dragqueens und feiner Küche ein ungewöhnliches Konzept nach Berlin gebracht. Bei Google ist der Eintrag nun mit dem Vermerk „dauerhaft geschlossen“ versehen.

Autor und Extremismus-Experte Ahmad Mansour schrieb auf X: „Wenn ein Ort der Begegnung wegen antisemitischer Anfeindungen schließen muss, dann haben die Täter gewonnen. All die Beteuerungen, Antisemitismus habe ‚keinen Platz‘ in Berlin, klingen in solchen Momenten wie das, was sie allzu oft sind: leere Versprechen.“

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