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Panorama

Giftige Raupe plagt eine Stadt besonders

wochentlich.deBy wochentlich.de18 Juni 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Giftige Raupe plagt eine Stadt besonders
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Ihre Haare sind gefährlich

Warum der Raupen-Alarm so ungleich ausfällt


16.06.2026 – 14:00 UhrLesedauer: 3 Min.

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Eichenprozessionsspinner: Sie sind nicht überall gleichzeitig gefährlich. (Quelle: imago stock&people/imago)

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Berlin sperrt Sportanlagen, München meldet nur einen Fall. Warum der Eichenprozessionsspinner in Deutschland so unterschiedlich wahrgenommen wird.

Der Eichenprozessionsspinner wird in Berlin zunehmend zur Plage. Das Sportamt hat mehrere Anlagen gesperrt, ein Familienfest fiel aus, alle zwölf Bezirke fordern vom Senat mehr Unterstützung und zusätzliche Mittel für den Umgang mit dem Befall. Der Eindruck: Die Raupe frisst sich nicht nur durch Eichen, sondern inzwischen auch durch den Alltag der Stadt.

Gut 500 Kilometer westlich, in Düsseldorf, ist die Lage eine andere: Die Stadt hat an rund 100 Eichen Pheromonfallen angebracht – bestätigt wurde bislang aber kein einziger Befall. In München ist 2026 genau ein Fall belegt.

Warum Städte so vorsichtig reagieren: Die feinen Brennhaare der Raupe können Haut, Augen und Atemwege reizen. Der Wind kann sie verteilen, selbst alte Nester bleiben gefährlich.

So entsteht ein widersprüchliches Bild: In manchen Städten werden Anlagen gesperrt, andere überwachen vorsorglich ihre Eichen, wieder andere melden kaum Befall. Warum die Lage so unterschiedlich wirkt, hat vor allem drei Gründe – und nur einer davon ist die Natur.

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Eichenprozessionsspinner sitzen an einer Eiche (Archivbild). (Quelle: IMAGO/Jan Eifert/imago)

Mal hier, mal dort am weitesten

Wie schnell sich die Raupe entwickelt, hängt vor allem von der Temperatur ab. Warme, trockene Frühjahre und Sommer können die Entwicklung begünstigen, sagt Paula Halbig, Referentin der Bundesplattform Wald- und Holzforschung. Der diesjährige Frühling bot dafür günstige Bedingungen: Deutschland war nach DWD-Angaben überdurchschnittlich warm, sehr sonnig und zu trocken, besonders der April. Wie stark der Eichenprozessionsspinner vor Ort auftritt, hängt aber auch vom Eichenbestand, vom Mikroklima und vom Vorjahresbefall ab.

Das Ergebnis ist kein gleichmäßiger Vormarsch, sondern ein Muster, das jedes Jahr anders aussieht. Das zeigt das Frühwarnsystem des Deutschen Wetterdienstes. Es berechnet, in welchem Larvenstadium sich der Eichenprozessionsspinner regional befindet. Am 14. Juni 2026 waren die Raupen am Oberrhein bereits weiter entwickelt als in vielen anderen Teilen Deutschlands. Der Osten um Berlin lag dagegen nur im Mittelfeld.

Am weitesten entwickelt ist der Eichenprozessionsspinner am Oberrhein (rot), wo er bereits im sechsten Larvenstadium steckt. Der Osten um Berlin liegt im Mittelfeld. Die Karte zeigt den Entwicklungsstand, nicht die Zahl der Raupen.Vergrößern des Bildes
Am weitesten entwickelt ist der Eichenprozessionsspinner am Oberrhein (rot), wo er bereits im sechsten Larvenstadium steckt. Der Osten um Berlin liegt im Mittelfeld. Die Karte zeigt den Entwicklungsstand, nicht die Zahl der Raupen. (Quelle: DWD)

Zwei Jahre zuvor, am selben Tag, war es fast umgekehrt: 2024 leuchtete Berlin-Brandenburg großflächig tiefrot.

Dasselbe Datum, zwei Jahre zuvor: Am 12. Juni 2024 war die Raupe rund um Berlin und in Brandenburg deutlich weitear (rot) als 2026. Wie weit der Spinner zu einem Stichtag ist, schwankt von Jahr zu Jahr und von Region zu Region.Vergrößern des Bildes
Dasselbe Datum, zwei Jahre zuvor, war die Raupe rund um Berlin und in Brandenburg deutlich weiter (rot) als in diesem Jahr. (Quelle: DWD)
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