GKV-Report

Über eine Milliarde: Für diese Extras zahlen Versicherte


Aktualisiert am 28.07.2026 – 07:20 UhrLesedauer: 2 Min.

Kompressionsstrümpfe: Viele Kassenpatienten zahlen für manche Hilfsmittel bewusst mehr. (Quelle: Imago / Margit Wild/imago)

Über sieben Millionen Mal haben gesetzlich Versicherte im vergangenen Jahr für Hilfsmittel Geld aus eigener Tasche bezahlt. Welche Produkte dabei besonders im Fokus standen.

Die Mehrkosten, die Krankenversicherte für Rollatoren, Hörgeräte und andere Hilfsmittel aus eigener Tasche zahlen, sind im vergangenen Jahr im Schnitt jeweils um zehn Euro auf 159 Euro gestiegen. Dies geht aus einem Bericht des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV-Spitzenverband) hervor.

Generell gilt: Wer einen Rollator, ein Hörgerät oder Schuheinlagen benötigt, muss nur den gesetzlich vorgeschriebenen Eigenanteil zahlen. Dieser beträgt mindestens fünf und höchstens zehn Euro. Kostet ein Hilfsmittel weniger als fünf Euro, muss nur der tatsächliche Preis gezahlt werden. Durch das jüngst verabschiedete GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz erhöhen sich die Eigenanteile ab 2027 jedoch um 50 Prozent. Künftig werden also mindestens 7,50 Euro fällig, die Höchstgrenze liegt bei 15 Euro.

Krankenkassen zahlen das medizinisch Notwendige

Die gesetzlichen Krankenkassen finanzieren allerdings nur, was als medizinisch notwendig gilt. Wünschen Versicherte mehr Komfort oder haben sie Extrawünsche im Hinblick auf die Ästhetik, müssen sie die hierfür anfallenden Mehrkosten aus eigener Tasche bezahlen.

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7,1 Millionen Mal wollten Versicherte im vergangenen Jahr mehr als das medizinisch Notwendige, zeigt nun der aktuelle Mehrkostenbericht des GKV-Spitzenverbands. Dafür gaben sie insgesamt 1,1 Milliarden Euro aus.

Wofür Patienten selbst zahlen

Am häufigsten zahlten die Versicherten für Einlagen. Knapp 2,6 Millionen Mal entschieden sich die Kassenpatienten hier, mehr zu bezahlen – das entspricht fast 36 Prozent aller Mehrkostenfälle. Auch Kompressionsstrümpfe, Inkontinenzhilfen und Bandagen ließen sich die Versicherten etwas kosten. Deutlich seltener wurde hingegen eigenes Geld für Gehhilfen oder Hörgeräte auf den Tisch gelegt.

Produktgruppe Anzahl Mehrkostenfälle Anteil an den gesamten Mehrkostenfällen
Einlagen 2.592.181 36,43 %
Hilfsmittel zur Kompressionstherapie 1.086.275 15,27 %
Inkontinenzhilfen 807.882 11,36 %
Bandagen 633.622 8,91 %
Sehhilfen 541.051 7,61 %
Orthesen/Schienen 475.252 6,68 %
Hörhilfen 420.477 5,90 %
Gehhilfen 254.811 3,58 %
Übrige 31 Produktgruppen 303.236 4,26 %

In den meisten Fällen entschieden sich die Versicherten jedoch für das mehrkostenfreie Angebot. In 77,69 Prozent aller Fälle trugen die Versicherten – abgesehen vom Eigenanteil – keine Mehrkosten. Der Anteil der mehrkostenfreien Erstattungen ist damit seit Beginn der Datenerhebung im Jahr 2019 stabil geblieben.

Insgesamt zahlten die Krankenkassen 2025 12,1 Milliarden Euro für Einlagen, Bandagen, Sehhilfen und andere Hilfsmittel. Gegenüber dem Vorjahr sind die Leistungsausgaben der Krankenkasse damit um fünf Prozent gestiegen.

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