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Finanzen

Gesellschafter wehren sich – es hagelt Kritik

wochentlich.deBy wochentlich.de19 August 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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350 bis 400 Millionen Euro

Adlon-Verkauf: Millionen-Bonus empört

Aktualisiert am 19.08.2026 – 15:35 UhrLesedauer: 3 Min.

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Außenansicht des Adlon Kempinski (Archivbild): Über den Verkauf des Nobelhotels gibt es Streit. (Quelle: Gerald Matzka)

Mindestpreis 280 Millionen Euro: Die Pläne der Immobiliengesellschaft Jagdfeld, das traditionsreiche Hotel am Pariser Platz zu verkaufen, stoßen auf heftige Kritik.

Aus dem Kreis der Gesellschafter des berühmten Berliner Hotels Adlon gibt es Kritik an dem geplanten Verkauf der Nobelunterkunft. Zu Unmut führt dabei vor allem die Erfolgsbeteiligung für die Immobiliengesellschaft Jagdfeld. Das Unternehmen erhält nach übereinstimmenden Angaben 20 Prozent des Kaufpreises, sollte dieser höher als 310 Millionen Euro ausfallen. Angesetzt für die Immobilie ist ein Mindestpreis von 280 Millionen Euro.

„Es ist marktüblich, dass bei Überschreiten des Mindestverkaufspreises nicht nur die Gesellschafter profitieren, sondern auch der persönlich haftende Gesellschafter (phG)“, teilte Jagdfeld auf Anfrage mit. „Damit gibt es einen Interessengleichlauf zwischen den Anlegern, die am Mehrerlös partizipieren, und dem phG, dessen außerordentliche Leistung, die zu einem hohen Verkaufspreis geführt hat, honoriert wird.“

  • Edelhotel Adlon vor Verkauf: Der Kaufpreis verrät viel
  • Nach 106 Jahren: Elektronikfirma aus Norddeutschland droht das Aus

75 Prozent der Anleger müssen zustimmen

Das Luxushotel am Pariser Platz ist Teil eines Fonds, dem Fundus-Fonds 31, der von Jagdfeld gemanagt wird. Der Fonds – und damit das Adlon – gehört dem Unternehmen zufolge rund 4.000 Eigentümern, dabei handelt es sich überwiegend um Privatanleger. Weil diese inzwischen in einem Alter seien, in dem sie sich von ihren Anteilen trennen wollten, will Jagdfeld die Immobilie eigenen Angaben zufolge verkaufen.

„Mit dem angestrebten Verkauf kommen wir dem Wunsch der Anlegerinnen und Anleger am besten nach und sind so in der Lage, den höchstmöglichen Preis zu erzielen“, hatte die Jagdfeld-Gruppe jüngst mitgeteilt. Die Fondsgesellschaft sei in der komfortablen Position, „frei und aus eigenen Stücken diesen Weg gehen und Deutschlands berühmtestes Hotel in neue Hände geben zu können“. Für den Verkauf müssen mindestens 75 Prozent der Anlegerinnen und Anleger zustimmen. Die Frist dafür läuft bis 27. August.

Erfolgsbeteiligung im zweistelligen Millionenbereich

Die kritischen Gesellschafter, die namentlich nicht genannt werden wollen, halten eigenen Angaben zufolge zusammen mehrere Hunderttausend Euro an dem Fonds. Sie halten einen Kaufpreis für das Adlon zwischen 350 Millionen und 400 Millionen Euro für realistisch. Die Erfolgsbeteiligung für Jagdfeld könnte sich dann auf einen zweistelligen Millionenbetrag belaufen – zu viel aus Sicht der Anleger. Sie wollen dem Verkauf daher nicht zustimmen. Es brauche aber weitere größere Gesellschafter, um diesen noch zu verhindern, hieß es.

urn:newsml:dpa.com:20090101:260818-935-1549682Vergrößern des Bildes
Adlon (Archivbild): 1945 war das Hotel bis auf einen Seitenflügel abgebrannt und 1984 vollständig abgerissen worden. In den 1990er-Jahren wurde es nach Originalplänen wieder aufgebaut. (Quelle: dpa)
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