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Gesundheit

Geschlechtskrankheiten: Syphilis bei Neugeborenen verdoppelt

wochentlich.deBy wochentlich.de27 Mai 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Geschlechtskrankheiten: Syphilis bei Neugeborenen verdoppelt
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Experten sind beunruhigt

Geschlechtskrankheit bei Neugeborenen nahezu verdoppelt


27.05.2026 – 15:07 UhrLesedauer: 3 Min.

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Syphilis-Bakterium: Es dringt über feine Risse in den Schleimhäuten in den Körper ein. (Quelle: quantic69)

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Sexuell übertragbare Krankheiten breiten sich in Europa so stark aus wie seit Jahren nicht mehr. Besonders alarmiert die Experten ein drastischer Anstieg von Syphilis bei Schwangeren – mit Folgen für Neugeborene.

Die Zahl sexuell übertragbarer Infektionen in Europa steigt seit Jahren. Nun meldet die europäische Gesundheitsbehörde ECDC einen neuen Höchststand: 2024 registrierten die Behörden so viele Fälle von Gonorrhö und Syphilis wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr. Besonders besorgniserregend ist aus Sicht der Experten die Entwicklung bei einer bestimmten Gruppe: Die Zahl der angeborenen Syphilisfälle hat sich innerhalb nur eines Jahres nahezu verdoppelt.

Von sogenannter angeborener Syphilis sprechen Mediziner, wenn eine infizierte Mutter die Krankheit während der Schwangerschaft auf ihr Kind überträgt. Laut ECDC stieg die Zahl solcher Fälle in 14 meldenden Ländern von 78 im Jahr 2023 auf 140 im Jahr 2024. Die Infektion kann schwere gesundheitliche Folgen für Neugeborene haben – darunter Schäden an Organen, am Nervensystem oder Entwicklungsstörungen.

Tripper-Anstieg um 300 Prozent

Insgesamt registrierten die europäischen Behörden 2024 rund 45.500 Syphilis-Fälle. Damit hat sich die Zahl seit 2015 mehr als verdoppelt. Noch stärker stieg die Zahl der Gonorrhö-Infektionen, besser bekannt als Tripper: Hier meldete das ECDC mehr als 106.000 Fälle – ein Plus von 303 Prozent seit 2015.

Am häufigsten treten weiterhin Chlamydieninfektionen auf. Mehr als 213.000 Fälle wurden 2024 gemeldet. Chlamydien verursachen oft zunächst keine Beschwerden, können unbehandelt aber zu Unfruchtbarkeit führen.

  • Unterschätztes Risiko: Chlamydien können Schlupfloch im Körper finden

Besonders betroffen bleiben laut ECDC Männer, die Sex mit Männern haben. In dieser Gruppe steigen die Fallzahlen bei Gonorrhö und Syphilis seit Jahren besonders stark. Doch auch bei Heterosexuellen beobachten Experten einen deutlichen Anstieg, vor allem bei Frauen im gebärfähigen Alter.

Krankheiten bleiben oft lange unbemerkt

Viele sexuell übertragbare Krankheiten verursachen anfangs kaum oder nur leichte Beschwerden. Typische Symptome können Brennen beim Wasserlassen, Ausfluss oder kleine Geschwüre im Intimbereich sein. Ohne Behandlung drohen jedoch schwere Folgen.

  • Von Syphilis bis Tripper: Sechs häufige Geschlechtskrankheiten und woran Sie sie erkennen

Bruno Ciancio vom ECDC warnt in einer Meldung: „Unbehandelt können diese Infektionen schwere Komplikationen verursachen, wie etwa chronische Schmerzen und Unfruchtbarkeit.“ Syphilis könne zudem Herz und Nervensystem schädigen.

Die Gesundheitsbehörde sieht vor allem Schwächen bei Prävention und Früherkennung. In 13 von 29 europäischen Ländern müssen Menschen einen Teil der Kosten für STI-Tests selbst tragen. STI steht für „sexually transmitted infections“, also sexuell übertragbare Infektionen. Auch in Deutschland übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen Tests meist nur bei konkretem Verdacht oder für bestimmte Risikogruppen, informiert das „Ärzteblatt“.

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