Warnstreiks angekündigt
Arbeitgeber warnen: „Gewerkschaften richten unnötigen Schaden an“
02.11.2026 – 03:55 UhrLesedauer: 2 Min.

Die IG Metall ruft die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie zu Warnstreiks auf. Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander kritisiert das scharf.
Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall hat die von der Gewerkschaft IG Metall angekündigten Warnstreiks scharf verurteilt. „Die Gewerkschaften richten damit aus organisationspolitischen Gründen unnötigen Schaden an“, sagte Oliver Zander, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektro-Industrie, t-online. „Das ist in Zeiten, wo die Wirtschaft boomt, schon fragwürdig genug“, so Zander. „Aber in einer Zeit, in der vor allem wegen der Arbeitskosten Investitionen in ausländische Standorte fließen und im Monat 10.000 Arbeitsplätze verloren gehen, ist das nicht verantwortbar.“
Ende Oktober ist die Friedenspflicht in der Metall- und Elektroindustrie ausgelaufen. Die Gewerkschaften und die Arbeitgeber hatten jeweils ein Angebot vorgelegt, was von der Gegenseite allerdings abgelehnt wurde. Bereits am Sonntag hatten Beschäftigte von Thyssenkrupp Rasselstein in Andernach ihre Arbeit niedergelegt.

„Die Strukturprobleme des Standortes lassen sich nicht wegstreiken, die wirtschaftlichen Aussichten werden dadurch auch nicht besser, und Investitionen zieht die Kraftmeierei erst recht nicht an“, sagte Zander. Er kritisierte, die IG Metall erwecke bei ihren Mitgliedern Erwartungen, die sie nicht erfüllen könne. In den Warnstreiks sieht er vor allem ein Instrument zur Mitgliederbindung bei den Gewerkschaften. Doch: „Das ist keine Tarifrunde wie jede andere. Wer so agiert, der verspielt Vertrauen.“
Zander: Branche gehe es „in der Breite miserabel“
Zander verwies auf die schwierige Lage in der Metall- und Elektroindustrie, der es „in der Breite weiterhin miserabel“ gehe. „Seit 2019 hat die Deindustrialisierung allein in der M+E-Industrie 350.000 Arbeitsplätze gekostet“, so Zander. Weitere 300.000 seien bedroht. „Nur wenigen Teilbranchen der M+E-Industrie geht es gut, aber dort sind vergleichsweise wenig Menschen beschäftigt“, so Zander.
Die IG Metall hatte am Freitag mitgeteilt, dass sie 5 Prozent höhere Entgelte, tarifliche Sicherung von Arbeitsplätzen und eine tarifliche Gewinnbeteiligung für florierende Unternehmen fordert. Von Arbeitgeberseite hingegen waren 1,3 Prozent höhere Entgelte ab Juli 2028 sowie eine streichbare Einmalzahlung angeboten worden. IG-Metall-Chefin Christiane Benner kritisierte in einer Pressemitteilung, Verzicht mache nichts besser. „Wir verlangen ein klares Bekenntnis der anderen Seite zu Standorten und Beschäftigten“, so Benner. „Das sogenannte Angebot der Arbeitgeber provoziert in den Betrieben nur Unverständnis und Wut.“
Zander betonte, Gesamtmetall müsse mit der IG Metall eine der Lage entsprechende Lösung finden. „Das ist schwer genug“, so Zander. Bislang sei es immer gelungen, einen guten Kompromiss zu finden. „Ich glaube daran, dass wir das auch diesmal hinbekommen“, sagte Zander. „Aber wir müssen uns schon in der realen Welt zurechtfinden, nicht in einer herbeigewünschten.“