Nach Antrag der Verteidigung
Termine aufgehoben: Block-Prozess legt Pause ein
19.11.2025 – 16:20 UhrLesedauer: 2 Min.
Paukenschlag im Block-Prozess: Die angekündigten Termine für die kommenden Wochen wurden von der Kammer abgeräumt. Die Gründe.
Um kurz vor 16 Uhr war der Block-Prozess am 23. Verhandlungstag von der Vorsitzenden Richterin beendet worden – und das für eine längere Zeit. Die angesetzten Termine für die kommenden Wochen wurden aufgehoben. Konkret geht es um die Prozesstage vom 20. November bis 4. Dezember. Insgesamt fünf Termine wurden gestrichen.
Hintergrund ist ein Antrag des Block-Verteidigers Ingo Bott. Dieser hatte sich direkt zu Beginn der Verhandlung am 19. November dafür eingesetzt, mehr Zeit für die weitere Vorbereitung des Prozesses zu bekommen. Einen Tag zuvor waren die Prozessbeteiligten, aber auch die Presse, darüber informiert worden, dass der mutmaßliche Drahtzieher der Entführung, David B., bei der Staatsanwaltschaft eine Aussage gemacht hatte. Insgesamt 329 Seiten umfasst seine Aussage, die Medienberichten zufolge Christina Block schwer belasten sollen.
Der Anwalt der Nebenklage, Philip von der Meden, hatte am Morgen im Gerichtssaal gestichelt. Er hätte die erste Hälfte dieser Aussage noch gestern vor dem Zubettgehen durchgearbeitet. Für Volljuristen mit zwei Staatsexamen sollte dies möglich sein. Weitere Strafverteidiger hatten sich dem Antrag von Bott angeschlossen.
„Damit soll allen Verfahrensbeteiligten ausreichend Zeit eingeräumt werden, sich in die neuen seitens der Staatsanwaltschaft übermittelten Erkenntnisse betreffend die Vernehmung des D.B. einzuarbeiten“, bestätigte das Landgericht den Schritt gegenüber den Medienvertretern per Mail.
Christina Block ist angeklagt, die Entführung ihrer Kinder in der Silvesternacht 2023/2024 von Dänemark, wo sie bei ihrem Ex-Mann Stephan Hensel seit 2021 lebten, beauftragt zu haben. Sie selbst streitet diese Vorwürfe ab. Neben weiteren Angeklagten sitzt auch ihr Lebensgefährte Gerhard Delling auf der Anklagebank, ihm wird Beihilfe in diesem Fall vorgeworfen.
Der nächste Verhandlungstag soll nun der 10. Dezember sein. In diesem Jahr sollen dann noch weitere fünf Prozesstage folgen, der letzte ist aktuell auf den 23. Dezember terminiert.
