Neue Entwicklung

Block-Prozess: Gericht plant offenbar Verlängerung

21.10.2026 – 07:13 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Angeklagte Christina Block im Gerichtssaal (Archivbild): Im Prozess geht es um die Entführung ihrer beiden jüngsten Kinder aus Dänemark. (Quelle: Marcus Brandt/dpa)

Der Block-Prozess schien kurz vor dem Abschluss zu stehen. Nun könnten weitere Zeugen und Tonaufnahmen das Verfahren um Monate verlängern.

Der Prozess gegen die Hamburger Unternehmerin Christina Block könnte sich um mehrere Monate verlängern. Wie das juristische Nachrichtenportal „Legal Tribune Online“ (LTO) berichtet, plant das Landgericht Hamburg inzwischen Verhandlungstermine bis Ende Februar 2027. Offiziell angesetzt sind diese zusätzlichen Termine noch nicht.

Dabei hatte es Ende September noch nach einem baldigen Abschluss ausgesehen. Beteiligte rechneten laut LTO damals sogar mit einem Urteil im Oktober. Doch neue Zeugenbefragungen und die Auswertung von Tonaufnahmen machen diesen Zeitplan inzwischen hinfällig.

Block-Prozess: Podcast sorgt für weitere Zeugenbefragungen

Auslöser für die zusätzlichen Beweiserhebungen ist nach dem LTO-Bericht der „Zeit“-Podcast „House of Block“. Darin kommt auch die jüngste Tochter von Christina Block und ihrem Ex-Mann Stephan Hensel zu Wort. Ihre Beteiligung an dem Podcast hatte Kritik ausgelöst.

Nun soll die kinderpsychiatrische Sachverständige erneut aussagen. Auch die „Zeit“-Journalistin Anne Kunze, die für den Podcast recherchiert hat, sei laut LTO für Mitte November als Zeugin geladen. Zuvor hatte das Gericht versucht, Stephan Hensel erneut zu befragen. Er berief sich jedoch auf sein Zeugnisverweigerungsrecht.

Gericht ordnete Durchsuchung bei der „Zeit“ an

Für Aufsehen sorgte zuletzt auch das Vorgehen des Landgerichts gegen die „Zeit“. Das Gericht hatte die Durchsuchung der Redaktion und der Privatwohnung von Journalistin Kunze angeordnet, um an bislang unveröffentlichte Gesprächsaufnahmen und mögliche Vertragsunterlagen zu gelangen.

Zu einer Durchsuchung kam es nicht. Kunze übergab die Aufnahmen versiegelt, um die Durchsuchung abzuwenden. Die „Zeit“ legte Beschwerde gegen das Vorgehen ein. Insgesamt soll es sich um rund 160 Stunden Rohmaterial handeln, darunter zahlreiche Gespräche mit der Familie Hensel.

Neue Verhandlungstermine noch nicht bestätigt

Wann der Prozess tatsächlich endet, bleibt unklar. Die Pressestelle des Landgerichts erklärte gegenüber LTO, dass weitere Hauptverhandlungstermine bekannt gegeben würden, sobald sie fest angesetzt seien. Bislang waren Termine bis Dezember 2026 vorgesehen.

Das Verfahren läuft seit Juli 2025. Christina Block wird vorgeworfen, die Entführung zweier ihrer Kinder aus Dänemark in der Silvesternacht 2023/24 in Auftrag gegeben zu haben. Die Unternehmerin bestreitet die Vorwürfe.

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