Newsblog zu „Gen Z regelt“ in Köln

Unruhen in Innenstadt – Polizei sucht Zeugen


Aktualisiert am 01.11.2026 – 07:21 UhrLesedauer: 12 Min.

Polizeikräfte haben nach Ende der Demonstration in Köln eine Gruppe von Demonstranten umstellt: Die Initiative „Genz Z regelt“ hatte in rund 30 Städten zu Protesten aufgerufen. (Quelle: Thomas Banneyer/dpa)

Tausende protestierten in Köln bei der „Gen Z regelt“-Demonstration. Doch nach dem offiziellen Ende kam es zu Krawallen. Alle Informationen im Newsblog.

Am vergangenen Samstag hat die Bewegung „Gen Z regelt“ zu bundesweiten Demonstrationen aufgerufen – in Köln war die größte Demo des Landes erwartet worden. Nachdem die Kundgebung am Nachmittag beendet wurde, kam es am Abend am Rande zu Ausschreitungen.

In diesem Newsblog von Köln.t-online erfahren Sie die aktuellen Entwicklungen rund um die Proteste.

Polizei richtet Hinweisportal nach „Gen Z regelt“-Demo ein

Randale, beschädigte Streifenwagen, angegriffene Einsatzkräfte: Nach der „Gen Z regelt“-Demonstration und der Halloweennacht sucht die Kölner Polizei Zeugen. Dafür hat sie ein Online-Hinweisportal eingerichtet. Hinweisgeber sollen sich dort melden und Videos und Fotos von allen Vorfällen hochladen.

Die Polizei fragt also ausdrücklich nicht nur nach dem Geschehen rund um die Versammlung. Nach Angaben der Polizei zeichnet sich ab, dass es nicht bei Verstößen gegen das Versammlungsgesetz geblieben ist. Weitere Einzelpersonen und Gruppen sollen in der Kölner Innenstadt randaliert haben. Unter anderem seien Hausfassaden und Streifenwagen beschädigt, Einsatzkräfte angegriffen und Pyrotechnik gezündet worden. Plünderungen gab es laut Polizei nach dem Stand von Sonntagmorgen, 6 Uhr, nicht.

Auf dem Portal der Kölner Polizei können Hinweise und Dateien unter dem Stichwort „Köln-GenZ- 31.10.2026″ eingereicht werden.

Kölner Polizeipräsident verurteilt Demo-Gewalt

Der Kölner Polizeipräsident Johannes Hermanns hat die Gewalt am Rande der Gen-Z-Demo verurteilt. „Es ist traurig und trifft mich sehr, dass junge Menschen, die friedlich für ihre Zukunft demonstrieren wollten, heute von Extremisten unterwandert wurden, die nichts anderes als Gewalt im Sinn hatten“, teilte Hermanns der Nachrichtenagentur dpa mit. „Ich danke den vielen Friedlichen, die erkannt haben, dass man sie als Schutzschild benutzen wollte. Sie haben sich von Chaoten distanziert und sich entfernt, nachdem die ursprüngliche Versammlung beendet war.“

Die Linke warf der Kölner Polizei dagegen einen „unverhältnismäßigen Einsatz“ vor. Die Polizei habe von Anfang an eskaliert, indem sie etwa Wasserwerfer eingesetzt habe. „Wer jungen Menschen erst das Demonstrieren verweigert und ihnen dann mit Wasserwerfern begegnet, muss sich über ihre Wut nicht wundern“, kritisierte die Kölner Bundestagsabgeordnete der Linken, Lea Reisner. Sie erwarte vom Polizeipräsidium und vom Innenministerium „lückenlose Aufklärung“.

Hermanns wies Kritik am Vorgehen der Polizei zurück. Der Aufzug durch die Stadt sei aus gutem Grund untersagt worden, so Hermanns. „Wir haben Molotow-Cocktails und Nothämmer bei Vermummten sichergestellt. Wofür die mitgeführt wurden, braucht wohl keine Erläuterung!“ Da der Einsatz noch laufe, sei es zu früh für eine Bilanz oder eine Prognose für die Nacht. „Wir werden vermutlich gefordert sein“, vermutete der Polizeichef. „Ich bin sicher, dass wir heute am späten Nachmittag verhindert haben, dass aus Köln Bilder live gesendet werden, die an Paris und Mailand erinnern.“

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