Jahresbilanz der Handelskammer

Bremische Wirtschaft: Stimmung „deutlich eingetrübt“

18.12.2025 – 08:03 UhrLesedauer: 2 Min.

ArianeGroup in Breme (Archivbild): Raumfahrtunternehmen wie dieses sind für Bremens Wirtschaft von großer Bedeutung. (Quelle: Hauke-Christian Dittrich/dpa-bilder)

Mehr Geld für die Häfen, Hoffnung bei Raumfahrt und Verteidigung – dennoch zieht die Handelskammer Bremen eine gemischte Bilanz zur Wirtschaftslage des Bundeslandes.

Die Handelskammer Bremen hat am Mittwoch ihre Jahresbilanz vorgestellt. Für das erste Halbjahr 2025 verzeichnete Bremen ein Wirtschaftswachstum von 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dieser Wert liegt deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 0 Prozent.

Trotz des Wachstums fällt die Bilanz der Handelskammer gemischt aus. Handelskammer-Hauptgeschäftsführer Matthias Fonger erklärt: „Einerseits gibt es Zahlen, die auf eine bessere Entwicklung in Bremen hindeuten. Andererseits ist die Stimmung in der bremischen Wirtschaft laut den regelmäßigen Konjunkturumfragen der Handelskammer weiterhin deutlich eingetrübt.“

Die Handelskammer sieht Chancen in steigenden Ausgaben für Verteidigung und Raumfahrt. Auch die geplanten Investitionen in die Häfen bewertet sie positiv. Der Bund hat 1,35 Milliarden Euro für die bremischen Häfen in Aussicht gestellt. Handelskammer-Chef Fonger betont: „Diese Mittel stärken unsere Wettbewerbsfähigkeit und die strategische Leistungsfähigkeit des Landes Bremen.“

Die Kammer kritisierte das vom Bremer Senat vorgelegte Sofortprogramm zur Verwendung der Mittel aus dem Sondervermögen des Bundes. „Das Programm besteht aus einem zumeist kleinteiligen Sammelsurium von Maßnahmen, die Zeugnis von finanzpolitischen Versäumnissen aus der Vergangenheit sind“, sagte Präses André Grobien. „Die meisten dort gelisteten Vorhaben stellen Aufgaben des Staates dar, die im Rahmen des regulären Haushalts zu finanzieren wären. Von zusätzlichen Investitionen mit langfristig wachstumsförderndem Effekt kann kaum die Rede sein.“

Im Jahr 2026 übernimmt die Handelskammer Bremen den Vorsitz der IHK Nord, einem Zusammenschluss von 13 norddeutschen Industrie- und Handelskammern. Als wichtige Themen nennt Grobien die maritime Wirtschaft, Hafenfinanzierung, Hinterlandanbindungen und Planungsbeschleunigung.

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