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Geldverstecker „cash_catch_dortmund“ enthüllt seine Motive

wochentlich.deBy wochentlich.de25 Februar 2024Keine Kommentare3 Mins Read
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Geldverstecker „cash_catch_dortmund“ enthüllt seine Motive
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In Dortmund versteckt ein junger Mann täglich Geldscheine und postet ein Foto davon. t-online hat mit der Person hinter dem Account gesprochen. Was dahintersteckt und was der Geldverstecker in Zukunft noch vorhat.

Er wartet mit heruntergezogener Schirmmütze nahe dem Hauptbahnhof. Nur die Farbe seiner Jacke und die der Basecap hat er vorher bei Instagram genannt – noch nicht einmal seinen Namen. Denn der Mann, der hinter dem Account „cash_catch_dortmund“ steckt, möchte anonym bleiben.

Erst im Februar hat er sein Profil gestartet, schon jetzt sprechen viele Dortmunder über den heimlichen Geldverteiler: Täglich versteckt der Dortmunder Geldscheine im Stadtgebiet, postet ein Foto oder eine kurze Videosequenz des Verstecks und lässt seine Follower dann nach dem Geld suchen. Fast 9.000 sind es mittlerweile, der Account wächst rasant.

Kleines Abenteuer im Alltag

Jeder will ein Stück abhaben vom Kuchen, den der Dortmunder da kostenlos verteilt. Aber warum tut er das? „Ich habe schon als Kind Schnitzeljagden und Schatzsuchen geliebt“, erzählt der etwa 30-Jährige. Im Alltag gehe die kindliche Abenteuerlust zu oft verloren, meint er. Er will sie wieder wecken.

Zuletzt hat er in einem Bereich mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet, mehr will er nicht verraten. „Aus meinem Umfeld weiß nur eine Person, dass ich hinter dem Account stecke – und das, obwohl mir mehrere Bekannte folgen“, sagt er. Dabei soll es auch bleiben. „Ich möchte nicht im Vordergrund stehen. Es soll um das kleine Abenteuer gehen“, sagt er. Auf die Idee gekommen ist er, nachdem er online ein ähnliches Format aus Amsterdam gesehen hatte.

Mit Kugelschreiber signiert

Wenn jemand das Geld – Fünf- oder Zehn-Euro-Scheine – in Dortmund gefunden hat, bekommt der anonyme Geldverstecker oft eine Nachricht. Denn die Scheine hat er mit Kugelschreiber signiert und seinen Profilnamen darauf geschrieben. „Jemand hat mir zum Beispiel geschrieben, dass er sich von dem Geld einen Döner gekauft hat oder seinen Roller aufgetankt hat“, berichtet der Geldverstecker.

Anderen solche kleinen Glücksmomente zu bescheren, macht auch ihn selbst glücklich. „Obwohl ich schon erwachsen bin, gucke ich seit Kindertagen die Serie ‚One Piece‘. Auch dort geht es darum, einen legendären Schatz zu finden“, sagt er.

Friedhof bis Stadtgarten

Das Geld versteckt er mittlerweile täglich, immer an zentralen Orten, immer spontan im Stadtgebiet. Fündig werden konnte man beispielsweise schon nahe dem Kino Cinestar, am Dortmunder Friedhof, im Stadtgarten und in der Innenstadt. Ins Mauerwerk geschoben, unter einer Bank versteckt oder in einem Zaun positioniert – stets dauert es nur 10 Minuten bis wenige Stunden, bis jemand das Geld gefunden hat.

Der Dortmunder hofft, dass der Schein dann nicht neben weiteren im Portemonnaie landet, sondern bewusst zu einer kleinen Freude im Alltag beiträgt. „Es wäre schön, wenn die Menschen durch mein Projekt mit offeneren Augen und aufmerksamer durch die Welt gehen“, sagt er.

Schatzsuche soll noch größer werden

Selbst Geld mit seinem Kanal zu verdienen, ist nicht sein Ziel. Wachsen soll das Projekt trotzdem. „Ich kann mir vorstellen, die Schatzsuche auszuweiten und auch andere Dinge zu verstecken“, kündigt er an. Wie bei einem echten Piratenschatz denkt er dabei zum Beispiel an kleine Silbermünzen.

Das tägliche Geldverstecken zahlt der Dortmunder aus eigener Tasche – im Monat läppern sich so über 100 Euro zusammen. „Das ist kein Betrag, der mir wehtut“, sagt er – aber vielleicht für andere einen kleinen Glücksmoment bedeutet.

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