Ausflugstipp für Dresdner
Für zehn Cent erwacht in diesem Burgkeller ein Geist
Aktualisiert am 24.04.2026 – 20:30 UhrLesedauer: 1 Min.
Die Burg Stolpen lockt vor allem mit einem Weltrekord. Dabei wartet im finsteren Gewölbe eine Überraschung, die Kinder so schnell nicht vergessen.
Im Kellergewölbe der Burg Stolpen hängt neben einem Gitter ein kleiner Kasten. Wer zehn Cent einwirft, weckt den Burggeist Basaltus – nach ein paar Glockenschlägen, einem schrillen Kreischen und einem durchdringenden Heulen.
Die kleine Grusel-Attraktion gehört seit Jahren zum Besucherprogramm der mittelalterlichen Burganlage, die nur 27 Kilometer östlich von Dresden auf einem erloschenen Vulkan thront. „Basaltus mag zwar nicht käuflich sein, aber er ist durchaus bestechlich“, heißt es auf dem Schild neben dem Geldschlitz.
Wir benötigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen Youtube-Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen (und damit auch alle weiteren Youtube-Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren.
Der Geist verdankt seinen Namen dem dunklen Vulkangestein, auf dem die gesamte Anlage steht – und das der sächsische Gelehrte Georgius Agricola hier 1546 erstmals als „Basalt“ beschrieb.
Der Burgbrunnen reicht 84 Meter in die Tiefe und gilt als einer der tiefsten in Vulkangestein geschlagenen Brunnen der Welt. Vier Bergleute trieben ihn zwischen 1608 und 1632 durch das harte Gestein.
Bekannt ist die Burg vor allem als Verbannungsort der Gräfin Cosel. Die einstige Mätresse Augusts des Starken wurde 1716 hierher gebracht, als sie dem Kurfürsten politisch zu mächtig wurde. 49 Jahre verbrachte sie auf Stolpen, bis zu ihrem Tod 1765. Im Coselturm erzählt eine Ausstellung ihre Geschichte, unter der ehemaligen Kapelle liegt ihr Grab.
Der Rundgang führt außerdem durch eine Folterkammer, das Hungerloch und mehrere Türme mit Blick über die Sächsische Schweiz bis nach Dresden.
