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Politik

Geht mir richtig auf die Nerven

wochentlich.deBy wochentlich.de18 September 2025Keine Kommentare2 Mins Read
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Geht mir richtig auf die Nerven
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Wenig besonnene Reaktionen nach Kirks Tod hätten ihn „zutiefst besorgt“, erklärte zu Guttenberg. „Irrsinnige Reaktionen“ habe es auch aus Deutschland gegeben, stellte er klar – aus beiden politischen Lagern. Die Bundesrepublik müsse aufpassen, dass sie nicht auf die gleiche „abschüssige Gerade“ abdrifte wie die USA, mahnte der Ex-Minister.

Linke-Fraktionschefin Heidi Reichinnek hatte sich nach dem Attentat überrascht gezeigt, dass Kirk „an vielen Stellen so betrauert wird“. Wie er dazu stehe, wollte Maischberger von Gysi wissen. „Betrauern muss ich den nicht, weil ich ihn gar nicht kenne“, erklärte dieser. Aber verurteilen müsse er den Mord schon. Schließlich sei die Tötung eines Menschen nie die Lösung eines Problems.

Ob auch er wie zu Guttenberg überzeugt sei, dass Deutschland durch Polarisierung auf eine abschüssige Bahn gerate, hakte die Moderatorin nach. „Selbstverständlich“, erklärte Gysi. Er nutzte die Gelegenheit für einen Seitenhieb gegen Merz‘ Regierung.

Die Kultur im Bundestag habe sich „völlig verändert“, urteilte Gysi. Die Parteien, die Rechtsstaat, Freiheit und Demokratie verteidigen wollten, seien nicht in der Lage, sich zu organisieren. Stattdessen hielten sie sich mit „Kleinkriegen“ und „Kleinbürgerlichkeit“ auf, so Gysi. „Das geht mir richtig auf die Nerven, ehrlich gesagt.“

Noch drastischer fiel seine Analyse der politischen Weltlage aus: „Unsere Welt ist wirklich verrückt geworden“, erklärte der Linke und fügte hinzu: „Im Kalten Krieg – so schlimm der war – war die Welt stabiler als heute.“ Supermächte hätten sich damals verständigt und an geltendes Völkerrecht gehalten, das heute nur noch „mit Füßen getreten“ werde, führte er aus.

Ob er dieser Analyse zustimme, hakte Maischberger bei zu Guttenberg nach. „Nein“, entgegnete der. Die Welt sei während des Kalten Kriegs „anders instabil“ gewesen.

Auf einsamem Posten mit ihrer Einschätzung hinsichtlich der Drohnen über Polen stand am Dienstag Journalistin Iris Sayram. Die Korrespondentin des ARD-Hauptstadtstudios sah zwar Eskalations-Potenzial, kritisierte jedoch, dass allgemein davon ausgegangen werde, dass die Flugkörper von Russland geschickt worden seien.

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