Parasiten im Darm
Gehen Madenwürmer von alleine weg?
Aktualisiert am 14.08.2025 – 16:36 UhrLesedauer: 4 Min.
Madenwürmer will keiner gerne haben. Damit zum Arzt zu gehen, ist manchen jedoch unangenehm. Kann ein Befall möglicherweise von selbst enden?
Madenwürmer sind Parasiten, die im Dickdarm leben und leicht übertragbar sind. Sie kommen insbesondere bei Kindern zwischen vier und elf Jahren häufiger vor und breiten sich in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kita, Kindergarten oder Schule, aber ebenso in der Familie rasch aus. Erwachsene können sich zwar auch mit Madenwürmern anstecken, das passiert jedoch seltener als bei Kindern.
Bei einem Madenwurmbefall kommt es häufig zu starkem Juckreiz im Analbereich, der vor allem nachts auftritt und den Schlaf stören kann. Wer Madenwürmer hat, leidet jedoch oft nicht nur aufgrund der unangenehmen Beschwerden, sondern nicht selten auch, weil ein gewisses Ekelgefühl damit einhergeht und es einem eventuell unangenehm ist, wenn andere davon erfahren. Ärztlichen Rat einzuholen, kann dann ebenfalls eine Hemmschwelle sein. So manche Betroffene fragen sich deshalb, ob Madenwürmer von alleine weggehen.
Kann ein Madenwurmbefall wirklich von selbst enden, also ohne Behandlung? Rein theoretisch wäre das möglich. Nämlich dann, wenn es tatsächlich gelingt, solange eine Wiederansteckung zu vermeiden, bis der Lebenszyklus aller Madenwürmer im Darm beendet ist. Madenwürmer überdauern im Darm nicht ewig: Weibliche Exemplare leben im Durchschnitt etwa 100 Tage, männliche Würmer sterben bereits kurz nach der Befruchtung.
Die Möglichkeit, dass Madenwürmer von selbst weggehen, besteht jedoch hauptsächlich, wenn Betroffene keine Angewohnheiten haben, bei denen die Finger in den Mund genommen werden, sie im Alltag bereits eine gute Händehygiene praktizieren und nur von wenigen Wurmexemplaren befallen sind. Denn dann verursacht der Befall häufig kaum oder gar keine Beschwerden. Fehlt der typische nächtliche Juckreiz im Analbereich, besteht auch nicht der Drang, sich dort zu kratzen – das kann sich positiv auswirken.
Treten deutliche Beschwerden durch die Madenwürmer auf oder wurden Madenwürmer oder deren Eier im Analbereich nachgewiesen, ist eine Behandlung mit Medikamenten immer ratsam. Der Arzt oder die Ärztin verschreibt dann Wurmmittel, die gezielt gegen die Madenwürmer wirken und in der Regel gut verträglich sind.
Diese Medikamente werden üblicherweise nach zwei und vier Wochen erneut eingenommen. Damit sollen eventuell durch eine Wiederansteckung neu entwickelte Würmer im Darm ebenfalls erwischt werden.
Um Madenwürmer sicher loszuwerden und eine Selbst- oder Wiederansteckung zu vermeiden, ist es zudem ratsam, zusätzlich zur Behandlung in puncto Hygiene auf einige Dinge im Alltag zu achten.
Wichtig ist vor allem eine gute Händehygiene – also regelmäßiges Händewaschen mit Wasser und Seife nach dem Stuhlgang und vor dem Essen. Die Fingernägel sollten außerdem kurzgehalten und beim Händewaschen mit einer Nagelbürste gereinigt werden. Lesen Sie hier noch mehr zu Hygienetipps bei Madenwürmern.
Zu einer Ansteckung mit Madenwürmern kommt es in der Regel, wenn die Eier über den Mund aufgenommen und verschluckt werden. Die winzigen Eier sind klebrig und haften gut an Händen und anderen Dingen. So können sie leicht an andere Menschen weitergegeben werden. Im Darm schlüpfen aus den Eiern Larven, die dann zu erwachsenen Madenwürmern heranreifen.
