Spielemesse in Köln

Gamescom bricht Rekord – doch die Branche kämpft ums Überleben

26.08.2026 – 14:02 UhrLesedauer: 2 Min.

Bei der Messe präsentieren sich bis Sonntag deutlich mehr als 1.600 Aussteller. (Archivbild) (Quelle: Oliver Berg/dpa/dpa-bilder)

Ausstellerrekord und Hunderttausende Besucher: Die Gamescom in Köln startet mit viel Schwung. Doch die deutsche Spielebranche kämpft mit Gegenwind.

Zum Auftakt der weltgrößten Computerspiel- und Videospiel-Messe Gamescom haben rund 5.000 Zuschauer neue Spiele gefeiert. Unter großem Applaus wurden in einer Kölner Messehalle Trailer neuer Spiele gezeigt, die in den kommenden Monaten auf den Markt kommen.

Die Gamingindustrie verändere sich, sagte Moderator Geoff Keighley. „Das ist einerseits aufregend und andererseits erschreckend.“ Viele Studios seien geschlossen worden und die Chipkrise mache Hardware so teuer wie noch nie. Weil KI-Rechenzentren immens viele Chips brauchen, habe sich das Angebot verknappt und Gaming-Technik verteuert.

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„Und trotz allem geben Entwickler auf der ganzen Welt alles, um neue Spiele zu bauen – ob in großen Teams oder in kleinen Indie-Teams“, sagte Keighley bei der Show „Opening Night Live“. Vorgestellt wurden Actionspiele wie „Nodus Fall“, in dem der Protagonist Drachen bekämpft, der Elitesoldaten-Shooter „Rainbow Six: Tactics“, der Mittelalter-Horror „The Blood of Dawnwalker“, der Apokalypse-Kampf „Metro 2039“ und das Fantasy-Spektakel „Game of Thrones: War for Westeros“, das auf der bekannten Fernsehserie aufbaut.

Das Leitthema der Gamescom lautet dieses Jahr „Games machen Lust auf Zukunft“. Bei der Messe präsentieren sich bis Sonntag deutlich mehr als 1.600 Aussteller, das sind so viele wie noch nie. 2025 waren es 1.568 gewesen. Erwartet werden mindestens 350.000 Besucherinnen und Besucher, einige von ihnen als Cosplayer bunt kostümiert. Zwei Drittel der Aussteller kommen aus dem Ausland, Firmen aus Asien sind stark vertreten. An den Messeständen wird wieder mit langen Schlangen wartender Besucher gerechnet, die ein Game zur Probe spielen wollen.

Cosplayer: Zwischen Ausstellerrekord und langen Schlangen wird Köln bis Sonntag zum Spielplatz. (Quelle: Oliver Berg/dpa)

Branche hat großes wirtschaftliches Potenzial

Die Branche gewinnt auch wirtschaftlich an Bedeutung, im Digitalzeitalter werden die visuellen Möglichkeiten besser und die Zahl der Gamer steigt. Im ersten Halbjahr 2026 lag der Umsatz für Games, Hardware und damit verbundenen Services in Deutschland laut Branchenverband Game bei rund 4,2 Milliarden Euro. Das entspricht einem Minus von drei Prozent – der Rückgang lag vorwiegend an gestiegenen Preisen für Hardware, die eine Kaufzurückhaltung bei Konsumenten verursachten.

Deutschland spielt in dem globalen Geschäft nur eine Nebenrolle: Schätzungsweise fünf Prozent des Geldes, das hierzulande für Games ausgegeben wird, fließt in Produktionen made in Germany. Zu den wenigen größeren deutschen Studios gehört Crytek aus Frankfurt am Main.

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