Verband will Verdachtsfälle untersuchen
Nazi-Codes auf Berliner Fußballtrikots?
Aktualisiert am 28.11.2025 – 07:02 UhrLesedauer: 1 Min.
Nach der gescheiterten Abstimmung über das Verbot der Nummer 88 bekommt der Berliner Fußballverband neue Hinweise auf Nazi-Codes – und will handeln.
Der Berliner Fußball-Verband (BFV) will Hinweisen nachgehen, wonach Spieler in der Hauptstadt möglicherweise bewusst die Rückennummer 88 als Nazi-Bekenntnis tragen. „Mir wurde unter der Hand gesagt, dass es bei einigen Vereinen besonders im Seniorenbereich schon Spieler gibt, die womöglich als Bekenntnis zu Nazi-Ideologien die Rückennummer 88 tragen“, sagte Vizepräsident Özgür Özvatan dem „Tagesspiegel“. „Das werden wir prüfen müssen.“ Die Zahl 88 steht in rechtsextremen Kreisen für „Heil Hitler“.
Die Hinweise erreichten Özvatan ausgerechnet nach einer gescheiterten Abstimmung: Sein Antrag, die Trikotnummer im Berliner Fußball zu verbieten, war am vergangenen Samstag mit 48 zu 52 Stimmen knapp abgelehnt worden. Während der Debatte hatte sich noch niemand gemeldet, der von Spielern mit dieser Nummer wusste.
Die Diskussion sei zu einer „Art Kulturkampf-Debatte“ eskaliert, so Özvatan. Vereinsvertreter hätten gefragt, ob als nächstes die 18 verboten werde – ebenfalls ein szenetypischer Code. „Ich bin mir sicher, nicht wenige Vereine wollten einfach dem Präsidium eins auswischen.“
Ohne Verbot fehlt dem BFV nun die Handhabe gegen die Verwendung der Nummer. In anderen Landesverbänden ist die 88 auf Trikots bereits untersagt.
