Ab September verfügbar

Abnehmtablette aus der Apotheke – das sollten Sie wissen


Aktualisiert am 13.08.2026 – 11:02 UhrLesedauer: 3 Min.

Die Abnehmtablette kann unter anderem bei Übergewicht und mindestens einer Begleiterkrankung verordnet werden, etwa Diabetes mellitus Typ 2. (Quelle: Drazen Zigic/Thinkstock by Getty-Images-bilder)

Die Abnehmtablette gibt es bald in deutschen Apotheken zu kaufen. Für wen sie geeignet ist und wie gut sie wirkt, erfahren Sie hier.

Erstmals soll ein Medikament zum Abnehmen in Deutschland in Form von Tabletten in die Apotheken kommen. Als Abnehmspritze gibt es das Medikament mit dem Wirkstoff Semaglutid (Handelsname Wegovy) schon länger. Einige der wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Ab wann sind die Abnehmtabletten in Deutschland verfügbar?

Die Markeinführung in Deutschland für 1. September geplant, wie eine Sprecherin der des dänischen Pharmakonzerns Novo Nordisk der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. „Wir haben ausreichend Ware verfügbar, um die erwartete Nachfrage zu bedienen.“ Novo Nordisk ist auch Hersteller von Abnehmspritzen. Die Europäische Union hatte die Zulassung für die Wegovy-Tabletten im Juli erteilt.

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Für wen kommt das Medikament infrage?

Zugelassen sind die Tabletten für Menschen mit Adipositas oder Übergewicht und mindestens einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung. Betroffene brauchen dafür ein Rezept vom Arzt, einfach so bekommt man das Medikament in der Apotheke nicht. Die Kosten müssen Patientinnen und Patienten in Deutschland bislang selbst tragen. Denn: Abnehmmittel gelten hierzulande als sogenannte Lifestyle-Arzneimittel und sind daher keine Leistung der Krankenkasse. Wie teuer die Tabletten tatsächlich werden, steht bislang nicht fest. Die Behandlung mit den Abnehmspritzen kostet einige Hundert Euro pro Monat. Es gibt allerdings Diskussionen darüber, ob die Behandlung für bestimmte Patientengruppe mit Adipositas doch zur Kassenleistung werden sollte.

Anders ist es bei Menschen mit Typ-2-Diabetes: Für sie wird die Behandlung mit Semaglutid unter dem Produktnamen Ozempic von der Krankenkassen übernommen.

Laut Daten des Statistischen Bundesamtes von 2025 sind in Deutschland 17,9 Prozent der Erwachsenen adipös. (Symbolbild) (Quelle: Jan Woitas/dpa/dpa-bilder)

Wie wirken die Tabletten?

Genauso wie die Abnehmspritzen enthalten die Tabletten Wirkstoffe aus der Gruppe der GLP-1-Rezeptor-Agonisten (GLP-1-RA). Die Wirkstoffe signalisieren dem Gehirn, dass gegessen wurde, wodurch ein Sättigungsgefühl entsteht. Außerdem bleibt die Nahrung länger im Magen, was das Sättigungsgefühl zusätzlich verlängert. Die Patienten essen also insgesamt weniger und nehmen dadurch ab.

Nimmt man durch Tablette und Spritze gleich viel ab?

Ja, die Effekte auf das Gewicht seien vergleichbar, sagte Endokrinologin Nina Meyer von der Berliner Charité bei einem Presse-Briefing des Science Media Centers (SMC). Der wesentliche Vorteil sei, dass Patientinnen und Patienten nun die Wahl hätten, ob sie Spritzen oder Tabletten bevorzugten. Manche hätten etwa Angst vor Spritzen. Am Ende sei es eine Frage der Präferenz.

Und wo gibt es Unterschiede?

Unterschiede gibt es vor allem bei der Anwendung und der Dosierung. Die Spritze muss nur einmal pro Woche angewandt werden, die Tablette hingegen muss jeden Morgen genommen werden. Vor der Einnahme der Tablette sollen Patienten mindestens acht Stunden nicht gegessen haben und dürfen danach 30 Minuten lang kein Essen, Trinken oder andere Medikamente zu sich nehmen, wie die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) informiert.

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