Neue Studiendaten
Aspirin gegen Krebs: Für diese Älteren kann es sinnvoll sein
30.09.2025 – 12:09 UhrLesedauer: 2 Min.

Senkt Aspirin das Krebsrisiko? Eine neue Studie zeigt: Nur bei bestimmten Menschen wirkt das Medikament schützend, anderen kann es sogar schaden.
Seit Jahren steht Aspirin im Verdacht, nicht nur gegen Schmerzen zu helfen, sondern auch das Risiko für bestimmte Krebsarten zu senken. Vor allem bei Darmkrebs gibt es Hinweise auf eine vorbeugende Wirkung. Doch eine im Fachmagazin „Jama Oncology“ veröffentlichte Analyse aus Australien zeigt: Der Effekt hängt stark vom Einzelfall ab.
Eine niedrig dosierte Aspirintherapie (100 Milligramm täglich) wirkt demnach nicht bei allen älteren Menschen gleich. Manche profitieren, bei anderen scheint sich das Risiko für Krebs sogar zu erhöhen.
Die Erkenntnisse stammen aus einer neuen Auswertung der sogenannten ASPREE-Studie, die in Australien mit über 9.000 Menschen ab 70 Jahren durchgeführt wurde. Die Teilnehmer bekamen täglich eine geringe Dosis Aspirin (100 Milligramm). Die Forscher beobachteten sie über fünf Jahre und prüften, wie oft Krebserkrankungen auftraten.
Das Ergebnis: Aspirin wirkt nicht bei allen gleich. Manche Menschen hatten ein deutlich geringeres Risiko, an Krebs zu erkranken. Andere jedoch erkrankten unter der Therapie sogar häufiger. Die Forscher teilten die Teilnehmer deshalb in zwei Gruppen ein – je nachdem, ob Aspirin ihnen eher nützt oder schadet.
Wichtige Hinweise gaben dabei bestimmte Blutveränderungen, sogenannte CHIP-Mutationen. Diese genetischen Veränderungen können mit dem Alter entstehen. Sie gelten als mögliches Frühzeichen für Blut- oder Krebserkrankungen. Menschen mit solchen CHIP-Mutationen profitierten besonders von der Aspirineinnahme. Auch ein höheres Alter, Nichtrauchen, ein niedriger Body-Mass-Index und eine familiäre Krebsvorgeschichte spielten eine Rolle.
In der begünstigten Gruppe senkte Aspirin das Krebsrisiko um 15 Prozent. In der anderen Gruppe stieg das Risiko dagegen um 14 Prozent.
„Weitere Studien sind erforderlich, um die Auswirkungen dieser Ergebnisse vollständig zu verstehen“, schreiben die Studienautoren. Eine pauschale Empfehlung für Aspirin zur Krebsprävention lässt sich ihnen zufolge nicht aus den Daten ableiten. Vielmehr könnte es in Zukunft sinnvoll sein, bei älteren Menschen zunächst genetische Risikomerkmale zu prüfen und dann gezielt über die Einnahme zu entscheiden.
Denn obwohl Aspirin rezeptfrei erhältlich ist, bleibt es ein Medikament mit Nebenwirkungen; es kann etwa Magenblutungen auslösen. Deshalb gilt: Niemand sollte Aspirin eigenständig zur Krebsvermeidung einnehmen. Ein Gespräch mit dem Arzt ist immer notwendig.
