Freiheitspreis für Irans Volk
Schah-Sohn kommt nach Deutschland für wichtige Auszeichnung
Aktualisiert am 14.09.2026 – 08:00 UhrLesedauer: 2 Min.

Obwohl sie das Regime in Teheran brutal unterdrückt, riskieren viele Oppositionelle im Iran weiter ihr Leben. Dafür bekommt das iranische Volk nun eine Auszeichnung – die stellvertretend der Sohn des früheren Schahs entgegennimmt.
Er gilt als das Gesicht der iranischen Opposition gegen die iranische Führung in Teheran – jetzt nimmt er stellvertretend für das iranische Volk einen wichtigen Preis in Deutschland entgegen: Reza Pahlavi, der Sohn des 1979 gestürzten iranischen Schahs, erhält nach t-online-Informationen am 7. November in der Frankfurter Paulskirche den Freiheitspreis der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit (FNF).
Mit dem Freiheitspreis würdigt die FDP-nahe Stiftung alle zwei Jahre „herausragendes Engagement“ für eine liberale Bürgergesellschaft, das freiheitliche Ziele in der Welt stärkt. Pahlavi nimmt den Preis nur entgegen, ausgezeichnet wird hingegen das gesamte iranische Volk. Stiftungsvorstandschef Steffen Saebisch sagte t-online: „Es geht nicht um Einzelpersonen, sondern bewusst um das gesamte Volk im Iran, das sich mutig gegen das verbrecherische Mullah-Regime auflehnt.“
Die Stiftung ehre damit „den Freiheitswillen vieler Hunderttausender“, die ihr Leben riskieren, um das Regime zu stürzen. „Wir freuen uns, dass Reza Pahlavi den Preis für das iranische Volk treuhänderisch entgegennimmt bis zu dem Tag, an dem der Preis den frei gewählten Repräsentanten des Iran übergeben werden kann“, so Saebisch weiter.
Verleihung an geschichtsträchtigem Ort
Die Frankfurter Paulskirche ist ein zentraler Erinnerungsort für die deutsche Demokratie. In der Kirche tagte von 1848 bis 1849 die Nationalversammlung, das erste gesamtdeutsche Parlament, das die Paulskirchenverfassung entwarf – ein Vorläufer der Weimarer Verfassung und damit auch des heutigen Grundgesetzes.

Die Laudatio auf das iranische Volk wird der frühere FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai halten, der seinerseits Wurzeln im Iran hat und sich als außenpolitischer Sprecher der Liberalen seit Langem für die Opposition einsetzt. Ebenfalls sprechen wird die FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Grund dafür, dass die FNF Pahlavi um die Entgegennahme des Preises gebeten hat, ist laut Saebisch, dass sich Pahlavi für keine bestimmte Regierungsform im Iran ausspricht, sondern stets betont, dass das iranische Volk selbst über die künftige Staatsform entscheiden soll. Außerdem setze sich Pahlavi für ein Ende der vom Iran geschürten Konflikte in Nahost ein.
Die Revolutionsgarden gehen im Iran mit unverminderter Härte gegen Oppositionelle vor. Laut Menschenrechtsorganisationen wurden in den vergangenen Monaten 29 Menschen hingerichtet, die im Zusammenhang mit den Protesten gegen die Führung in Teheran im Januar verurteilt worden waren. Zwei weitere wurden demnach im Zusammenhang mit den Demonstrationen nach dem Tod von Mahsa Amini im Jahr 2022 zum Tode verurteilt.