Edelmetalle hatten ihre beste Phase am Ende des Winters und Bitcoin florierte zuletzt im Herbst 2025. Antizyklische Anleger kommen aber jetzt auf ihre Kosten.
Größer könnte der Unterschied kaum sein: Während der Nasdaq 100 seit Jahresbeginn seine Bestmarke mehrfach verbessert hat und rund 20 Prozent im Plus liegt, rutschte der Bitcoin zuletzt auf den tiefsten Stand seit 2024 ab und hat rund ein Viertel an Wert verloren.
Aber nicht nur das „digitale Gold“ schwächelt, auch das physische Gold hat zuletzt seine gesamten Gewinne seit Jahresbeginn wieder abgegeben. Ein Hauptauslöser dafür sind die steigenden Renditen – eine direkte Reaktion auf die aufflammenden Inflationssorgen wegen der anziehenden Energiepreise. Hier zeigt sich sehr schön, wie eng die verschiedenen Märkte miteinander verknüpft sind: Steigende Renditen erhöhen die Attraktivität verzinslicher Anlagen und entziehen renditestarken, aber eben zinslosen Assets wie Gold und Bitcoin Liquidität.
Die Achillesferse von Bitcoin zeigt sich
Auffällig ist jedoch, dass dieser Mechanismus in den vergangenen Monaten eher selektiv wirkte. Tech-Aktien, vor allem mit KI-Bezug, blieben sehr lange heiß begehrt. „Bei Anlegern beliebte Highflyer wie SK Hynix haben vom Top trotzdem ein Drittel ihres Wertes verloren“, merkt Thomas Soltau vom Smartbroker an. Eigentlich leiden gerade Wachstumsunternehmen stärker unter steigenden Renditen, weil sich die Refinanzierung verteuert und künftige Gewinne in der Gegenwart weniger wert sind. Doch diese harten Faktoren werden derzeit von den massiven KI-Wachstumsfantasien komplett überlagert.
Hier wird die Achillesferse des Bitcoins deutlich: Es gibt keine fundamental gerechtfertigte Bewertung und somit keinen greifbaren „fairen Wert“. Vielmehr regiert primär der Glaube daran, dass die Münze aufgrund ihrer begrenzten Stückzahl begehrt bleibt und einen Inflationsschutz bietet. In der Realwirtschaft spielt sie nach wie vor keine Rolle.

Zur Person
Daniel Saurenz ist Gründer von Feingold Research und bietet mit seinem Team seinen seit 2010 etablierten Börsenbrief an. Sein Fokus liegt auf Vermögensaufbau und aktivem Trading an der Börse. Den Börsenbrief finden Sie auf www.feingoldresearch.de und auf www.instagram.com/saurenz_finance.
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Hier beginnt die eigentliche Erklärung für die Schwäche im Kryptomarkt: In den vergangenen Wochen ist massiv Kapital aus den Bitcoin-ETFs abgeflossen. Parallel dazu verschiebt sich der Risikoappetit der Investoren in andere Themenfelder. Besonders der KI-Sektor bindet derzeit enorme Mittel. Die Erwartung großer Börsengänge von Unternehmen wie OpenAI und Anthropic sowie der bisher beispiellose IPO von SpaceX verstärken diesen Effekt. Krypto wird in dieser Rotation zwar nicht grundsätzlich verlassen, bietet den Akteuren im Moment aber schlicht nicht mehr ausreichend Fantasie und Volatilität. Wir sehen somit einen klassischen Liquiditätswechsel innerhalb des Risiko-Segments.

