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Panorama

Frittenbude löst Ansturm aus – Gericht muss Entscheidung treffen

wochentlich.deBy wochentlich.de19 Oktober 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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„Verfall des Viertels“

Berühmte Frittenbude löst Ärger aus

Aktualisiert am 19.10.2026 – 09:12 UhrLesedauer: 3 Min.

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Menschen stehen vor einem Fritten-Imbiss: „Fabel-Friet“ im Zentrum der Stadt ist seit Jahren ein absoluter Hotspot für Touristen. (Quelle: Annette Birschel/dpa)

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Eine Bude in Amsterdam löst Furore in sozialen Medien aus. Doch Anwohner sind sauer. Jetzt muss sich ein Gericht mit dem Imbiss beschäftigen.

Goldgelbe Fritten, darüber dicke weiße Trüffelmayonnaise und ein Berg Parmesan. Das ist der Renner bei „Fabel Friet“ in Amsterdam. Aus aller Welt kommen die Kunden und nehmen für die Pommes lange Wartezeiten in Kauf. In der Hochsaison mehr als eine Stunde.

„Die sind lecker“, sagt der 14-jährige Johann aus Plauen in Sachsen und steckt sich eine weitere Pommes in den Mund. „Und die machen wirklich satt.“ Johann ist mit seiner ganzen Familie in Amsterdam. Der Fritten-Tipp kam von TikTok. Soziale Medien haben „Fabel Friet“ seit 2022 zu einem absoluten Hotspot für Touristen gemacht. Amsterdamer wundern sich und sprechen von „Massenhysterie mit Mayo“.

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Amsterdamer Frittenbude: Mit dem Ruhm kamen die Ratten

Doch mit dem Ruhm begann der Ärger. Anwohner klagen seit Jahren bei der Stadt über Müll, lange Warteschlangen, Möwen, Ratten. Als im Frühjahr die Genehmigung erneuert wurde, zogen die Bewohner vor Gericht. Sie wollen, dass der Verwaltungsrichter den Laden schließt.

Die Snackbar ist in einer der populären „Negen Straatjes“, der neun kleinen Sträßchen. Diese sind bei Touristen wegen der Boutiquen, Bars und Cafés populär. Doch es sind eben Sträßchen mit sehr schmalen Bürgersteigen.

Die Warteschlangen reichen oft bis weit über die Keizersgracht hinaus. Kunden essen auf den Treppen vor Wohnhäusern, vor Schaufenstern oder auf der Straße. Oft ist es so voll, dass Fahrräder und Autos nicht mehr durchkommen.

Bude wird zum Symbol des Kampfes gegen Overtourism

„Alles dreht sich hier um die Fritten“, sagte Anwohner Niek van der Heijden vor Gericht. „Letztes Jahr war bei ‚Fabel Friet‘ eine Stromstörung. Man merkte sofort, welche Folgen das hatte. Wenn sie nicht da sind, ist es viel angenehmer.“ Marita Hendricks klagt über die „Touristenfalle“, die für „den Verfall des Viertels, Gefahren im Verkehr und die Möwen- und Rattenplage“ sorge.

Die Vertreter der Stadt äußerten vor Gericht zwar Verständnis für die Probleme der Bewohner. Doch sie wiesen auch darauf hin, dass die Unternehmer sich an alle Auflagen hielten.

„Fabel Friet“ wurden zum Symbol des Kampfes gegen den Übertourismus in der Grachtenmetropole. Jedes Jahr kommen fast 24 Millionen Touristen in die rund 900.000 Einwohner zählende Stadt. Die Stadt hat zwar schon viel getan, um den Zustrom abzubremsen: Der Bau neuer Hotels ist verboten, Airbnb stark reglementiert, die Touristensteuer wurde drastisch erhöht. Doch nichts hilft. Jedes Jahr kommen mehr.

Inhaber von „Fabel Friet“: „Wir wollen ein guter Nachbar sein“

Amsterdamer stöhnen über die Massen, den Lärm und den Müll. In den jahrhundertealten Häusern des Unesco-Weltkulturerbes werden Souvenirs, Nutella-Produkte und Badeenten angeboten. Und dann sind da noch die TikTok-Schlangen. Wie etwa vor „Fabel Friet“.

Die Eigentümer, Abel Klatser (29) und Floris Feilzer (31) bedauern, dass der Streit mit den Nachbarn so eskalierte. „Wir wollen ein guter Nachbar sein“, sagen sie. „Wir haben schon viel getan, um Belästigungen zu vermeiden.“

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