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Deutschland

Friedenssicherung im Wandel

wochentlich.deBy wochentlich.de27 Mai 2024Keine Kommentare3 Mins Read
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Friedenssicherung im Wandel
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Was genau machen Friedenstruppen?

Ihre Aufgaben sind so vielfältig wie die Konflikte, die sie lösen sollen. Dennoch sind die meisten der bisher durchgeführten Missionen in ihrem Profil vergleichbar. Fast immer geht es um irgendeine Form von Sicherheit oder Schutz, weshalb Soldaten und Polizisten in der Regel Teil einer Mission sind. Es können aber auch Fachkräfte aus den Bereichen Ingenieurwesen, Wahlbeobachtung oder Konfliktvermittlung hinzugezogen werden. Das Missionspersonal kommt aus den UN-Mitgliedsstaaten, die es freiwillig entsenden. Friedenstruppen müssen in ihrem Bereich ausgebildet sein und über professionelle Fähigkeiten verfügen.

Wie haben sich die Anforderungen an UN-Friedensmissionen im Laufe der Zeit verändert?
Die Herausforderungen und Krisen in der Welt werden immer komplexer. Entsprechend hat sich das Aufgabenspektrum von Friedensmissionen deutlich erweitert. Heute sind sie meist „multidimensional“: Neben rein militärischen Aktivitäten – etwa der Sicherung oder Überwachung von Grenzen – umfassen sie auch weitreichende zivile Aufgaben. Je nach Mandat geht es etwa um die Vermittlung zwischen Konfliktparteien, die Unterstützung von Sicherheitssektorreformen, die Überwachung von Wahlen, Hilfe beim Aufbau rechtsstaatlicher Institutionen oder den Schutz der Menschenrechte. Militär, Polizei und zivile Kräfte arbeiten bei solchen Missionen Hand in Hand. Darüber hinaus gibt es sogenannte „Spezielle politische Missionen“, die überhaupt keine militärische Komponente haben, sondern sich ausschließlich auf zivile Formen der Konfliktbearbeitung konzentrieren.

Aus welchen Ländern kommen die Friedenstruppen hauptsächlich?

Traditionell stammen die Militär- und Polizeikräfte für UN-Friedenseinsätze überwiegend aus Entwicklungs- und Schwellenländern. Länder wie Bangladesch, Nepal, Indien, Ruanda und Pakistan stehen dabei ganz oben auf der Liste.

Wie engagiert sich Deutschland in internationalen Friedensmissionen?

Deutschland stellt derzeit Soldaten, Polizisten und ziviles Personal für vier UN-Friedensmissionen und drei „Besondere Politische Missionen“. Als viertgrößter Beitragszahler – nach den USA, China und Japan – trägt Deutschland auch maßgeblich zum Budget der Friedensmissionen bei. Darüber hinaus beteiligt sich die Bundesrepublik an Missionen, die von den UN mandatiert, aber von anderen Organisationen durchgeführt werden, etwa der NATO, der EU oder der OSZE.

Wie können innovative Technologien Friedensmissionen wirksamer machen?

Moderne Werkzeuge können Friedensmissionen in ihrer Arbeit unterstützen. Das betrifft etwa Daten, die die Lagebeurteilung verfeinern, wie sie etwa im Programm Comprehensive Planning and Performance Assessment System (CPAS) zum Einsatz kommen. Damit lässt sich die Lage im Land anhand der Maßnahmen einer Friedenstruppe beurteilen und so deren Leistungsfähigkeit bewerten. Auch Aufklärungsdrohnen können die Lageerfassung ergänzen und zielgenaue Einsätze einer UN-Mission ermöglichen. UN-Generalsekretär António Guterres hat eine Reformagenda mit dem Titel „Action for Peacekeeping“ angestoßen, ein Punkt davon ist die Digitalisierung.

Wie wirksam sind Friedensmissionen?

Nach Angaben der UNO haben sie Dutzende Konflikte erfolgreich beendet, etwa in Kambodscha, El Salvador, Guatemala, Mosambik und Namibia. Andere UNO-Missionen wirkten deeskalierend, etwa in Liberia, Haiti und Sierra Leone. Es gab aber auch Fälle, in denen Gewalt und Leid nicht eingedämmt oder verhindert werden konnten. Das gilt etwa für die Ereignisse in Somalia, Ruanda und dem ehemaligen Jugoslawien in den 1990er-Jahren. Die Gesamtbilanz fällt also gemischt aus. Zweifellos sind Friedenstruppen jedoch vergleichsweise kosteneffizient: Sie machen nur 0,5 Prozent der weltweiten Militärausgaben aus – aus dieser Sicht leisten sie also viel.

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