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Finanzen

Frankreich übernimmt Kosten für Abnehmspritzen – das sind die Regeln

wochentlich.deBy wochentlich.de29 Mai 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Frankreich übernimmt Kosten für Abnehmspritzen – das sind die Regeln
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In deutschem Nachbarland

Krankenkassen zahlen erstmals für Abnehmspritzen


29.05.2026 – 11:39 UhrLesedauer: 2 Min.

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Verpackungen des Medikaments Ozempic: In Frankreich sollen Krankenkassen bald erstmals für die Kosten der Abnehmspritze aufkommen. (Quelle: IMAGO/imageBROKER/Anja Uhlemeyer-Wrona/imago)

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Abnehmspritzen sind so populär wie umstritten und werden von den Kassen in der Regel nicht bezahlt. Ein erstes EU-Land will das nun ändern.

Bei stark fettleibigen Patienten und Patientinnen übernimmt die französische Krankenkasse künftig die Kosten für die umstrittenen Abnehmspritzen. Die Gesamtkosten dafür würden pro Jahr auf 100 Millionen Euro geschätzt, sagte Gesundheitsministerin Stéphanie Rist am Donnerstag dem Sender TF1. Frankreich sei das erste EU-Land, das diese Mittel dauerhaft für Patienten finanziere, die es benötigten, fügte sie hinzu. Die Ministerin sprach sich zugleich grundsätzlich dafür aus, die Eigenbeiträge der Patienten zu Medikamenten zu erhöhen.

Um die Abnehmspritzen von der Kasse finanziert zu bekommen, müssen Patienten volljährig sein und an so schwerer Adipositas leiden, dass sie sonst für eine magenverkleinernde Operation infrage gekommen wären. „Es ist also eine vorbeugende Maßnahme“, sagte die Ministerin. Der Einsatz der von der Kasse finanzierten Abnehmspritzen werde streng geregelt: Er sei nur in Spezialkliniken möglich, fügte Rist hinzu. Die Patienten müssten zugleich eine kalorienreduzierte Diät einhalten und sich mehr bewegen.

Monatliche Kosten von 300 Euro

Die Präparate sind in Frankreich seit Ende 2024 verschreibungspflichtig erhältlich. Bislang müssen sie aus eigener Tasche bezahlt werden. Monatlich kostet dies etwa 300 Euro. Sie sind nur für die Behandlung von Typ-2-Diabetes und Adipositas zugelassen und dürfen nicht zur Gewichtsabnahme aus ästhetischen Gründen eingesetzt werden. In Frankreich sind etwa 18 Prozent der Erwachsenen adipös.

Wegovy wird von dem dänischen Konzern Novo Nordisk hergestellt, Mounjaro ist das Produkt des US-Unternehmens Eli Lilly. Novo Nordisk und Lilly France wurden Anfang Mai in Frankreich zu einer Strafzahlung in Höhe von zwei Millionen Euro verurteilt, da sie eine angebliche Informationskampagne zum Thema Fettleibigkeit verbreiteten, die tatsächlich eine Form von Werbung war. Dies sei jedoch für verschreibungspflichtige Medikamente verboten, erklärte die Gesundheitsbehörde.

Die Wirkstoffe, die wöchentlich gespritzt werden, signalisieren dem Körper eine Sättigung und senken den Blutzuckerspiegel. Bei vielen Patienten steigt das Gewicht nach dem Absetzen der Medikamente wieder an.

Keine Erstattung in Deutschland

In Deutschland werden die Kosten nicht von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet. Die Abnehmspritzen gelten hierzulande als sogenanntes Lifestyle-Arzneimittel. Medikamente, bei deren Anwendung eine Erhöhung der Lebensqualität im Vordergrund steht, sind von der Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenkassen ausgeschlossen. Zu den sogenannten Lifestyle-Arzneimitteln gehören unter anderem Appetitzügler, Abmagerungsmittel und Medikamente zur Verbesserung des Haarwuchses.

Allerdings ertönten aus Reihen der Politik in den vergangenen Jahren immer wieder Forderungen, Abnehmspritzen nicht mehr als Lifestyle-Medikamente zu betrachten und in den Leistungskatalog der Krankenkassen aufzunehmen. Die Kassen verwiesen im Gegenzug auf Kosten in zweistelliger Milliardenhöhe.

Auch vor Gericht scheitern die meisten Klagen auf Kostenübernahme. „Krankenkassen müssten nicht alles leisten, was für die Gesundheit verfügbar ist“, erklärte erst im Mai das Landessozialgericht Niedersachsen die Abweisung der Klage einer jungen Frau mit starkem Übergewicht.

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