Rotation von Schwarzem Loch

Forscher finden schnellsten Stern der Milchstraße


20.08.2026 – 00:58 UhrLesedauer: 2 Min.

Eine Aufnahme der Milchstraße: Forscher haben eine Stern mit besonderen Eigenschaften gefunden. (Symbolbild) (Quelle: IMAGO/Javier Zayas/imago)

Der Stern S301 kann den Fängen Sagittarius A*, einem Schwarzen Loch, nicht entkommen. Seine Beobachtung liefert bahnbrechende Erkenntnisse.

Forscher haben in der Milchstraße einen Stern entdeckt, der so schnell wie kein anderer bekannter unterwegs ist. Der Stern mit dem Namen S301 bewegt sich mit 25.000 Kilometern pro Sekunde, berichtet Karim Abd El Dayem von der Sorbonne-Universität im Fachmagazin „Nature“.

Der Stern hat noch eine weitere Besonderheit: Er ist der dem Schwarzen Loch namens Sagittarius A* nächstgelegene Stern in unserer Galaxie.

„Das Besondere an diesem Stern ist, dass er Sagittarius A* auf einer sehr engen Umlaufbahn umkreist, für die er nur 8,7 Jahre benötigt, und sich dem Schwarzen Loch in einer Entfernung nähert, die lediglich dem 12-Fachen der Entfernung zwischen Erde und Sonne entspricht. Das ist beispiellos“, sagte Felix Mang, Doktorand am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) in Garching, dem britischen „The Guardian“. Es ist die Anziehung des Schwarzen Lochs, die den Stern so beschleunigt.

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Hinweise auf Rotation von Schwarzen Löchern

Die Entdeckung könnte dabei helfen, das Verhalten des Schwarzen Lochs besser zu verstehen. In der Astrophysik geht man davon aus, dass diese Löcher sich schnell drehen. Nach Einsteins Relativitätstheorie können sie dabei Zeit und Raum dehnen und die Umlaufbahnen von Sternen verändern, die in der Nähe sind.

Die Wissenschaftler, zu denen auch Stefan Gillessen vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) gehört, konnten bislang 19 Messungen machen, mit denen sie die Umlaufbahn von S301 bestimmten. Und die Messungen zeigen Veränderungen, wie sie in der Nähe eines Schwarzen Lochs bislang nur vorhergesagt werden. Damit eröffnet sich die Möglichkeit, die Rotation in Zukunft direkt zu messen.

So stellt sich ein Künstler mit wissenschaftlichem Hintergrund ein riesiges Schwarzes Loch vor. (Quelle: DPA/ Zhaoyu Li/ Shanghai Astronomical Observatory)

Die Rotation eines Schwarzen Lochs zieht durch seine riesige Masse und die Rotation den Raum und die Zeit wie zähen Asphalt mit sich. Das hat Auswirkungen auf die Umlaufbahnen naher Himmelskörper. S301 wird nicht nur durch die Masse des Lochs beeinflusst, sondern wie sich jetzt zeigte auch durch die Rotation. Die neuen Daten über den Stern lassen somit Schlüsse zu, wie schnell sich das Schwarze Loch selbst dreht.

Beobachtet wurden das Verhalten mit dem Very Large Telescope Interferometer. Es kombiniert das von vier jeweils acht Meter großen Spiegelteleskopen empfangene Licht und erreicht so die Auflösung eines Fernrohrs mit einem 200 Meter großen Spiegel. 2031 soll S301 erneut Sagittarius A* nahekommen. Dann hofft man, die Rotation des Schwarzes Lochs tatsächlich messen zu können.

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