Fünf neue Schlaftypen identifiziert

Wer so schläft, greift häufiger zu Alkohol


08.10.2025 – 16:27 UhrLesedauer: 3 Min.

Stundenlang nicht einschlafen können: Dieses Problem ist typisch für einen bestimmten Schlaftyp.

Stundenlang nicht einschlafen können: Dieses Problem ist typisch für einen bestimmten Schlaftyp. (Quelle: kieferpix/getty-images-bilder)

Wie wir schlafen, beeinflusst unsere Gesundheit stärker, als viele denken. Dabei gibt es fünf sehr unterschiedliche Schlaftypen, wie eine neue Studie zeigt.

Durchschnittlich schlafen die Deutschen acht Stunden und 37 Minuten pro Nacht. Das ist ideal, denn mehr Schlaf kann der Gesundheit schaden und das Risiko für einen frühen Tod erhöhen. Aber nicht nur die Dauer des nächtlichen Schlummers beeinflusst unsere Gesundheit. So gibt es fünf verschiedene „Schlaf-Profile“, die unsere psychische Gesundheit, unser Denkvermögen und unseren Lebensstil unterschiedlich beeinflussen. Das haben Forscherinnen und Forscher aus Kanada in einer umfassenden Analyse herausgefunden.

Bereits frühere Untersuchungen haben Zusammenhänge zwischen Schlaf und der körperlichen oder mentalen Gesundheit festgestellt. Diese Studien untersuchten jedoch oft nur den Zusammenhang mit einem Aspekt des Schlafs, beispielsweise seiner Dauer oder Qualität. Für die aktuelle Studie wurden erstmals viele Aspekte des Schlafs – etwa Schlafdauer, Zufriedenheit, Unterbrechungen und Medikamenteneinnahme – gemeinsam mit Hirnscans und weiteren Gesundheitsdaten ausgewertet. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „PLOS Biology“ veröffentlicht und beruht auf Daten von über 770 gesunden Erwachsenen.

Beim Schlaf gab es lange Zeit nur die einfache Frage: Schlafe ich genug oder zu wenig? Doch die neue Studie zeigt: Hinter unseren Schlafgewohnheiten verbergen sich komplexe Muster – mit weitreichenden Folgen. Insgesamt haben die Forscherinnen und Forscher fünf Schlaftypen entdeckt:

Die Studienautoren betonen jedoch, dass die Typen 3 bis 5 weniger gut voneinander abgrenzbar sind. Mehr Forschung sei nötig, um die Ergebnisse zu bestätigen.

Die Studienautoren betonen, dass Schlaf viele Dimensionen habe und nicht nur die Schlafdauer allein wichtig sei. Zudem konnten sie mit ihrer Arbeit zeigen, dass Schlaf eng mit dem Denkvermögen, der psychischen und körperlichen Gesundheit sowie dem Konsum bestimmter Substanzen in Verbindung stehe, aber dass diese Verbindung nicht bei jedem Menschen gleich sei.

Studienautorin Aurore Perrault von der Concordia University in Kanada erklärt: „Dies unterstreicht, wie wichtig es ist, den Schlaf eines Patienten umfassend zu betrachten, um Ärzten eine präzisere Beurteilung und gezieltere Behandlung zu ermöglichen.“

Nicht jeder, der abends schlecht abschalten kann oder sich morgens müde fühlt, braucht sofort eine ärztliche Untersuchung. Denn hinter gelegentlichen Schlafproblemen steckt oft Stress oder eine schlechte Schlafhygiene. Dann können schon kleine Maßnahmen dabei helfen, besser ein- und durchzuschlafen:

Wer jedoch über mehr als sechs Monate hinweg regelmäßig schlecht ein- oder durchschläft, sich tagsüber kaum konzentrieren kann oder unter Schnarchen und Atemaussetzern leidet, sollte seine Hausarztpraxis aufsuchen.

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