Das Team um Studienleiter Eloy Santos-Pujol betont jedoch: „Die Genetik allein erklärt nicht alles.“ Zwar sei die genetische Ausstattung von Branyas ein Glücksfall gewesen, aber auch ihr Lebensstil spielte eine entscheidende Rolle.
Maria Branyas Morera lebte bescheiden, aß viel Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und offenbar sehr regelmäßig Joghurt. Warum das wichtig ist? Die Analyse ihres Mikrobioms, also der Gesamtheit ihrer Darmbakterien, zeigte ein auffallend gesundes, junges Profil. Vor allem sogenannte Bifidobakterien dominierten, die in hohem Alter normalerweise stark zurückgehen. Diese Bakterien gelten als entzündungshemmend und unterstützen die Verdauung sowie das Immunsystem.
Das deutet darauf hin, dass nicht nur die Gene, sondern auch die Nahrungsmittel großen Einfluss auf ein gesundes Altern haben können. Die Forscher vermuten, dass der regelmäßige Konsum von fermentierten Lebensmitteln wie Joghurt das Darmmikrobiom positiv beeinflusst hat und damit womöglich auch die Zahl der Entzündungen im Körper niedrig hielt.
Was macht diese Frau also zum Ausnahmefall? Laut Studie war es die Kombination aus:
Ihr biologisches Alter lag laut epigenetischer Uhr etwa 23 Jahre unter ihrem tatsächlichen Alter. Das bedeutet: Obwohl sie zum Zeitpunkt der Untersuchungen 116 Jahre alt war, arbeiteten ihre Zellen so wie die einer rund 90-jährigen Frau.
Trotz der aufsehenerregenden Ergebnisse mahnen die Forscher zur Zurückhaltung. Denn alle Daten stammen von nur einer Person. Ob sich aus diesen Erkenntnissen konkrete Therapien oder allgemeingültige Empfehlungen ableiten lassen, müssen weitere Studien mit größeren Teilnehmergruppen zeigen.
Fest steht aber: Der Fall Maria Branyas Morera liefert wertvolle Hinweise, wie gesunde Langlebigkeit funktionieren kann und wie stark unsere Gene, unsere Ernährung und unser Lebensstil dabei zusammenspielen.
