Im Sommer nach Kreta
An diesem Flughafen benötigen Urlauber sehr viel Geduld
30.05.2026 – 10:13 UhrLesedauer: 3 Min.

Kreta gehört zu den beliebtesten Urlaubszielen der Deutschen. Doch wer in Heraklion landet, braucht oft vor allem eines: starke Nerven.
Die Urlaubszeit beginnt. Viele Deutsche werden den Sommer wieder in Griechenland verbringen, mit der Gewissheit auf stabile sommerliche Temperaturen und Badewetter. Das Land beherbergte im vergangenen Jahr 38 Millionen Urlauber und steuert auf ein neues Rekordjahr zu. Erstmals könnte die Marke von 39 bis 40 Millionen Touristen erreicht werden.
Doch bevor Reisende ihr Ziel erreichen, verbringen sie oft viele Stunden auf Flughäfen. Dort sind für sie genügend Check-in-Schalter, internationale Wegweiser und saubere Toiletten selbstverständlich. Genau daran mangelt es jedoch auf manchen Flughäfen in Europa – besonders auf einem in Griechenland.
Schlechtester Flughafen in Europa
Eine jährliche Auswertung des Ferienhausportals Holidu zeigt, welche Flughäfen in Europa zu den besten und zu den schlechtesten zählen. Besonders negativ fällt dabei der Flughafen Heraklion (HER) auf Kreta auf. Im europäischen Vergleich landet er auf dem ersten Platz der schlechtesten Flughäfen. Warum sorgt ausgerechnet eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen schon bei der Ankunft für so viel Unmut?
Enge Terminals, dreckige Toiletten, genervte Reisende
Das Ranking von Holidu basiert auf den durchschnittlichen Google-Maps-Bewertungen sowie der Anzahl der Bewertungen der 50 verkehrsreichsten Flughäfen Europas, gemessen an den jährlichen Passagierzahlen. Mit einer Bewertung von 2,6 liegt Heraklion sogar noch hinter dem Flughafen Bordeaux-Mérignac in Frankreich (3,0) und dem Flughafen Brüssel-Charleroi in Belgien (3,1).
Viele Passagiere berichten von „erschreckenden Sicherheitskontrollen“ und „unfassbar unfreundlichem Sicherheitspersonal“. Mitarbeiter wirkten „frustriert, überfordert oder schlicht desinteressiert“. Zudem gebe es kaum funktionierende Toiletten. Teilweise fehlten sogar Klobrillen, Seifenspender lagen lose herum – und waren leer.
Für viele Reisende ist der Flughafen längst an seiner Belastungsgrenze angekommen. Das überrascht kaum: Das Terminal wurde 1971 erbaut und war ursprünglich für maximal zwei bis drei Millionen Passagiere pro Jahr ausgelegt. Inzwischen reisen jedoch jedes Jahr mehr als zehn Millionen Menschen über Heraklion. Damit überschreitet der Flughafen seine ursprüngliche Kapazität um ein Drei- bis Vierfaches.
Worüber sich Urlauber in Heraklion besonders ärgern
Besonders häufig kritisieren Reisende die chronische Überfüllung des Flughafens. Vor allem im Sommer ist das Terminal für die Touristenmassen viel zu klein. Viele Passagiere müssen stundenlang stehen oder auf dem Boden sitzen. Vor den wenigen Check-in-Schaltern bilden sich regelmäßig lange Warteschlangen, die teilweise bis vor das Gebäude reichen.
Auch an der Sicherheitskontrolle brauchen Urlauber oft viel Geduld. Hinzu kommen schlechte Beschilderungen und kurzfristige Gate-Wechsel, die zusätzlich für Chaos sorgen. Direkte Passagierbrücken vom Gate ins Flugzeug gibt es in Heraklion nicht. Stattdessen laufen Reisende häufig zu Fuß über das Rollfeld oder fahren in engen, schlecht klimatisierten Bussen zum Flugzeug.