„Journal Deluxe“ startet
Florian Schroeders krimineller Vater saß lange im Gefängnis
29.10.2026 – 13:53 UhrLesedauer: 4 Min.
Die neue Satire-Sendung „Journal Deluxe“ wird von Florian Schroeder präsentiert. Der Moderator hat schon einige Male polarisiert – auch wegen seiner Familiengeschichte.
Kabarettist Florian Schroeder ist das Gesicht der neuen ZDF-Satire-Sendung „Journal Deluxe“. Darin will sich der 47-Jährige unter anderem auch Grüne, Linke und Co. vorknöpfen. Im Interview mit dem „Tagesspiegel“ erklärte er: „Da haben viele Satiriker einen Schutzinstinkt: Na ja, das sind ja die Guten, die wollen ja das Richtige, da legen wir mal den Schon-Waschgang ein. Und das empfinde ich als unangemessen.“
Schon vorab machte seine Show mit der Ausladung von Julian Reichelt Schlagzeilen. Der ehemalige „Bild“-Chefredakteur und jetzige Chefredakteur des rechtspopulistischen Onlinemediums „Nius“ war für die Sendung angefragt worden, sollte dann aber doch nicht kommen – zu Schroeders Bedauern. „Ich hätte gern Julian Reichelt als Gast gehabt“, sagte er der „FAZ“; er hoffe auf einen anderen Termin, um mit ihm sprechen zu können.

Im Laufe seiner Karriere hat Florian Schroeder schon einige Male Aufruhr erzeugt. Er steht seit seiner Jugend auf der Bühne und vor der Kamera. Früh entdeckte Schroeder sein Talent für Stimmenimitationen und Parodien. Mit gerade einmal 14 Jahren trat er in Harald Schmidts Fernsehsendung „Schmidteinander“ auf und legte damit den Grundstein für seine Karriere.
Nach dem Abitur studierte Schroeder Germanistik und Philosophie in Freiburg. In den folgenden Jahren etablierte er sich als Kabarettist, Moderator und Autor. Heute ist er vor allem für seine politische Satire bekannt, mit der er gesellschaftliche Debatten aufgreift, provoziert und immer wieder Widerspruch auslöst.
So trat er im August 2020 bei einer Demonstration der „Querdenker“ in Stuttgart auf. Dort gab er sich zunächst als Vertreter der Protestbewegung aus, bevor er sich für Masken und Abstand aussprach – und dafür ausgebuht wurde.
Verdacht der Volksverhetzung: Ermittlungen gegen Schroeder
Im Dezember 2025 machte Schroeder öffentlich, dass gegen ihn wegen des Verdachts der Volksverhetzung ermittelt worden war. Auslöser war eine Anzeige eines Mannes aus Schwabmünchen wegen eines Videos, in dem der Kabarettist AfD-Wähler als Nazis bezeichnet hatte. Bereits im März 2024 hatte Schroeder in einem Gespräch mit dem ehemaligen „Bild“-Chefredakteur Julian Reichelt erklärt, er würde AfD-Wähler grundsätzlich so nennen – nicht, weil alle nationalsozialistisches Gedankengut teilten, sondern weil sie mit ihrer Stimme auch Rechtsextreme wie Björn Höcke legitimierten.
Schroeder kritisierte später das Vorgehen der Justiz. Seiner Darstellung zufolge wurde sein Video trotz seines satirischen Charakters strafrechtlich geprüft. Erst mit einer ausführlichen Stellungnahme seines Anwalts habe sich eine Anklage abwenden lassen.
Im August 2026 löste er mit einem Video unter dem Titel „Warum Jammer-Ossis nerven“ eine weitere Debatte aus. Darin kritisierte er Teile der ostdeutschen Bevölkerung und verwendete die zugespitzte Formulierung vom „lebenden Stockholm-Syndrom“.