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Fitness alleine macht noch keinen neuen Mann

wochentlich.deBy wochentlich.de6 Juli 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Debatte über Männlichkeit bei den Grünen

Banaszak: „Feminismus ist nicht Männerhass“


Aktualisiert am 06.07.2026 – 18:31 UhrLesedauer: 5 Min.

imago images 0841601557Vergrößern des Bildes

Grünen-Chef Felix Banaszak fragt: „Welche positiven Gegenbilder können progressive Kräfte – und damit auch die Grünen – schaffen?“ (Quelle: IMAGO/M. Popow/imago)

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„Wann ist ein Mann ein Mann?“, fragte einst Herbert Grönemeyer. Auch die Grünen suchen nach Antworten – und kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen.

Gerade bei jungen Männern kommen die Grünen nicht sonderlich gut an. Das will die Partei ändern – ist sich aber offenbar uneins über das Wie. Auf einen Vorstoß mehrerer Grüner, darunter seiner Co-Parteichefin Franziska Brantner, reagierte Grünen-Chef Felix Banaszak nun zurückhaltend. Er freue sich über jeden Impuls in der Debatte um Männlichkeit, auch wenn er nicht jeden Ansatz teile, sagte Banaszak, der zum linken Flügel der Partei zählt, t-online.

Hintergrund ist ein Manifest einiger Grüner zum Thema Männlichkeit, über das das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet hatte. Darin geht es um die Auseinandersetzung mit Rollenbildern. Die Autorinnen und Autoren versuchen, Wege zu finden, gezielt jüngere Männer anzusprechen. Demnach haben 13 Grüne den Text unterzeichnet, neben Brantner aus dem Realo-Flügel auch die Parteilinke Ricarda Lang. Banaszak zählt hingegen nicht zu den Unterzeichnern. Der „Spiegel“ berichtete auch über zwei Bundestagsabgeordnete, die über das Thema Fitness neue Wähler ansprechen und das Bild der Grünen ändern wollen.

Grünen-Chef Banaszak: Will keine Bestätigung von Klischees

Banaszak betonte, dass für ihn „eine Erweiterung von Männerbildern“ zentral sei, allerdings nicht die „Bestätigung von Klischees“. Er fügte hinzu: „Fürsorge und Verantwortung sind kein Widerspruch zu Fitness, aber Fitness alleine macht noch keinen neuen Mann.“ Viele Männer seien auf der Suche nach einem Rollenbild, das nicht länger auf Gewalt und Dominanz beruhe, sondern für Gleichberechtigung und Respekt stehe. „Auch grüne Männer sind da in einer Suchbewegung“, so Banaszak.

Der Grüne fragte: „Warum sind denn so viele junge Männer auf Orientierungssuche anfällig für rechtsautoritäre Männlichkeitsbilder?“ Und: „Welche positiven Gegenbilder können progressive Kräfte – und damit auch die Grünen – schaffen?“

Vor allem Rechten gelingt es seit einiger Zeit, Männer für sich zu gewinnen, die sich als Opfer des Feminismus betrachten. Frauenfeindliche Influencer gewinnen bei diesen oft jüngeren Männern an Zuspruch, sie setzen auf sexistische Äußerungen, propagieren traditionelle Rollenbilder und betonen das Bild eines „starken Mannes“; Frauen müssten sich fügen. Es handelt sich dabei um die sogenannte Manosphere, also ein Netzwerk von Online-Communities.

Linkere Parteien wie die Grünen betonen hingegen die Bedeutung des Feminismus und machen sich für Frauenrechte stark. Der „Spiegel“ schreibt, dass die Grünen mit diesem Vorgehen über Jahre angeblich ein sogenanntes Softie-Image kultiviert hätten. „Wir Grünen müssen aus unseren Hygienezonen raus“, sagte der grüne Bundestagsabgeordnete Julian Joswig dem Magazin etwa und ließ sich beim Krafttraining im Fitnessstudio begleiten. Sein Parteikollege Anton Hofreiter zeigte, wie gut er boxen kann.

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