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Finanzen

Firmensterben so hoch wie lange nicht nicht

wochentlich.deBy wochentlich.de18 August 2026Keine Kommentare2 Mins Read
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Firmensterben so ausgeprägt wie lange nicht

Viele Gastwirte geben auf

Aktualisiert am 18.08.2026 – 12:17 UhrLesedauer: 2 Min.

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Hohe Kosten und fehlendes Personal zwingen Gastwirte zum Aufgeben. (Symbolbild) (Quelle: Moritz Frankenberg/dpa/dpa-bilder)

In Deutschland verschwinden Hunderttausende Betriebe aus dem Markt. In einigen Branchen steigen die Zahlen rasant. Zunehmend geben auch gesunde Unternehmen auf.

Teure Energie, Fachkräftemangel, fehlende Nachfolge: 187.744 Unternehmen in Deutschland haben im vergangenen Jahr aufgegeben und damit so viele wie seit fast 20 Jahren nicht. Verglichen mit dem Vorjahr erhöhte sich die Zahl um knapp zehn Prozent, wie die Wirtschaftsauskunftei Creditreform und das Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim in ihrer jährlichen gemeinsamen Analyse feststellen.

Die Zahlen der Vorjahre wurden auf erweiterter Basis neu berechnet. Mehr Unternehmensschließungen bundesweit verzeichnete die Zeitreihe zuletzt im Jahr 2007 mit fast 208.000. 2025 gab es den zweiten Anstieg in Folge.

„Die Krisendynamik frisst sich mittlerweile durch die gesamte Breite der Wirtschaft“, sagt der Leiter der Creditreform-Wirtschaftsforschung, Patrik-Ludwig Hantzsch. „Anders als in früheren Jahren beenden nun auch eigentlich gesunde Firmen ihre Geschäftstätigkeit.“

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Viele Gastwirte geben auf

In fast allen Branchen stiegen der Analyse zufolge binnen Jahresfrist die Schließungszahlen – besonders stark im Gastgewerbe: 2025 machten etwa 15.000 Gaststätten und Beherbergungsunternehmen dicht, 15 Prozent mehr als 2024.

imago images 0863023519Vergrößern des Bildes
Räumungsverkauf in der Erfurter Innenstadt: Immer mehr Geschäfte schließen. (Quelle: IMAGO/Karina Hessland-Wissel/imago)

„Der im Vergleich zu anderen Branchen niedrigere Mehrwertsteuersatz, den die Bundesregierung zur Unterstützung des Gastgewerbes eingeführt hat, konnte offenbar die prekäre Situation in dieser Branche nicht abmildern“, heißt es in der Analyse. Seit dem 1. Januar 2026 gilt in der Gastronomie in Deutschland ein ermäßigter Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent auf Speisen.

Arztpraxen machen nicht nur auf dem Land dicht

Im Gesundheitswesen setzte sich die seit etwa zehn Jahren zu beobachtende Negativentwicklung fort: Die Zahl der Schließungen in diesem Bereich ist mit knapp 11.000 mittlerweile etwa doppelt so hoch wie im Jahr 2008. Allein knapp 5.500 Arztpraxen und damit fast ein Viertel (23 Prozent) mehr als 2024 schlossen im vergangenen Jahr – häufig, weil Ärztinnen und Ärzte den Ruhestand antreten und niemanden finden, der ihre Praxis fortführt.

In der Industrie traf es etwa 11.000 Betriebe und damit zehn Prozent mehr als vor Jahresfrist. Creditreform-Experte Hantzsch hatte jüngst mit Blick auf steigende Insolvenzzahlen von einer „Krisenzange“ gesprochen, die die deutsche Wirtschaft „von zwei Seiten packt und schädigt“: einerseits geopolitische Verwerfungen wie der Iran-Krieg oder die US-Zölle, andererseits hohe Energiepreise und viel Bürokratie im Inland.

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